Vorerst nicht alle MiGs, sondern nur ein Teil der noch aktiven Flotte Polens – aber immerhin sechs bis acht Maschinen: Die ukrainische Luftwaffe kann ihre Reihen wohl zeitnah mit "neuen" MiG-29 aus polnischen Beständen auffrischen. Wie der ukrainische Botschafter in Polen, Vasyl Bodnar, gegenüber der Nachrichtenagentur Ukrinform ausführte, "ist der Registrierungs- und Transferprozess", in dessen Zuge die MiGs von Polen ins Nachbarland überstellt werden sollen, "derzeit im Gange."
Neben den Kampfflugzeugen selbst bereitet Polen laut Urkrinform außerdem ein weiteres Militärhilfepaket für die Ukraine vor. Dieses umfasst insbesondere Ersatzteile für militärische Ausrüstung, mit denen die Einsatzbereitschaft der vorhandenen Waffensysteme gewährleistet bleiben soll. Auch "eine große Menge notwendiger Munition" befindet sich nach Aussage von Botschafter Bodnar darunter.
Bereits Mitte Dezember hatte Ukrinform unter Berufung auf mehrere Quellen über einen bevorstehenden Transfer von MiG-29 aus Polen in die Ukraine berichtet. Demzufolge handelt es sich bei den fraglichen MiGs um Flugzeuge, die in Polen zum Jahresende 2025 ohnehin zur Ausmusterung anstanden.

Polnische MiG-29 beim Start: Bereits so gut wie auf dem Sprung in die Ukraine?
Polens zögerliche Haltung
Polen ist, neben Bulgarien, der letzte aktive Nutzer der MiG-29 innerhalb der NATO. Die seinerzeitige polnische Regierung übergab bereits 2023 insgesamt 14 Exemplare des in der Sowjetunion entwickelten Mehrzweck-Fighters an die Ukraine. Erklärtermaßen stand auch damals schon die Option im Raum, den verbleibenden Rest der MiG-Teilflotte ebenfalls abzutreten. Allerdings wollten die Polen zuvor die Sicherung ihres eigenen Luftraums gewährleistet wissen, wofür sie wiederum auf Hilfe von NATO-Partnern pochten, um den Verlust der MiG-29 bis zum Eintreffen einer ausreichenden Anzahl designierter Nachfolgemuster (zum Beispiel in Gestalt der Lockheed Martin F-35A) auszugleichen.
Dies scheint zwischenzeitlich gesichert – unter anderem durch Eurofighter aus Deutschland, die erstmals im August 2025 zu diesem Zweck auf den unweit von Warschau gelegenen Fliegerhorst Mińsk Mazowiecki verlegten. Seit Anfang Dezember 2025 sind abermals deutsche Eurofighter in Polen stationiert, dieses Mal in Malbork (Marienburg) nahe Danzig. Dort sind auch die letzten polnischen MiG-29 zu Hause.
Drohnen-Erfahrungen als Gegenwert
Waren die ersten 14 MiG-29 für die Ukraine noch eine polnische Spende, so soll die nun im Raum stehende Charge nicht ohne ukrainische Gegenleistung bleiben. "Polen ist daran interessiert, von der Ukraine bestimmte technologische Entwicklungen zu erhalten, die auf Kampferfahrung und der rasanten Entwicklung der Rüstungsindustrie während des Krieges beruhen", schreibt Ukrinform. Insbesondere soll es dabei um Erfahrungswerte und Know-how im Bereich der Drohnen- und Raketenproduktion sowie um den Einsatz unbemannter Fluggeräte im bewaffneten Kampf gehen.
Die entsprechenden Konsultationen zwischen ukrainischen und polnischen Vertretern laufen allem Anschein nach derzeit. Der Transfer der sechs bis acht MiG-29 könnte laut Aussage mehrerer Beteiligter bereits im Februar erfolgen.

Die MiG-29 zählte bei Russlands Angriff auf die Ukraine zu den wichtigsten Stützen der ukrainischen Luftwaffe. Inzwischen erhielten die Ukrainer Nachschub aus Polen und der Slowakei.
MiG-29 in Polen und der Ukraine
Die polnische Luftwaffe besitzt aktuell noch etwa 15 einsatzbereite MiG-29. Nach Angaben von Inspekteur Ireneusz Nowak aus dem Frühjahr 2024 ist die Ausmusterung der MiG-29 in Polen regulär für Ende 2026 geplant. Für die Ukraine zählt die MiG-29 zu den alteingesessenen Kampfflugzeugen im eigenen Bestand, neben den Suchoi-Mustern Su-24, Su-25 und Su-27. Auch aus der Slowakei hatten die Ukrainer 2023 bereits MiG-29 erhalten.





