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Embraer

Nach Einstieg von Boeing

Embraer KC-390 heißt jetzt C-390 Millennium

Embraer wird sein Transportflugzeug KC-390 künftig als „C-390 Millennium“ vermarkten. Das gaben die Brasilianer am Montag auf der Dubai Airshow bekannt. Der neue Name soll das Muster deutlicher als Frachtmaschine kennzeichnen. Auch Boeing spielt bei der Umbenennung eine Rolle.

Embraer und Boeing rücken auch im militärischen Bereich enger zusammen. Nachdem die Embraer-Aktionäre im Februar das angedachte Joint-Venture der beiden Hersteller für den Bau von Verkehrsflugzeugen genehmigt hatten, nach dessen Vorgaben Boeing 80 Prozent des des brasilianischen Ex-Konkurrenten übernimmt, verkündeten beide Parteien auf der Dubai Airshow einen ähnlichen Pakt auch für den militärischen Sektor. Künftig soll die Vermarktung des Embraer-Transportflugzeugs KC-390 gemeinsam erfolgen – unter dem Label „Boeing Embraer-Defense“. Allerdings behält Embraer in diesem zweiten Joint-Venture mit 51 Prozent vorerst die Oberhand. Mit einem Anteil von 49 Prozent spielt Boeing damit die zweite Geige, auch wenn der gewählte Name etwas anderes verheißt.

Patrick Zwerger
Beim Aérosalon in Paris Le Bourget im Juni war die C-390 "Millennium" noch unter ihrem ursprünglichen Namen KC-390 zu sehen.

Tanker wird weiter als KC-390 vermarktet

Eine erste sichtbare Maßnahme ging mit dem Deal bereits vonstatten: Embraers Militärtransporter firmiert ab sofort nicht mehr als KC-390, sondern als C-390 „Millennium“. Damit wolle man die Rolle des Musters als taktisches Transportflugzeug stärker herausheben, schreibt Embraer in einer Pressemitteilung. Ob mit dem neuen Namen auch Änderungen am Flugzeug selbst einhergehen, blieb vorerst unklar. Ganz verschwinden wird der alte Name trotz der Umbenennung jedoch nicht: Derzeit erprobt Embraer nach eigenen Angaben eine Tankerversion der C-390, die bereits erste Test-Luftbetankungen erfolgreich absolviert habe. Diese Variante möchte Boeing Embraer-Defense künftig weiterhin als KC-390 vermarkten.

Patrick Zwerger
Mit der neuen Bezeichnung wollen Embraer und Boeing die C-390 noch stärker als Frachtflugzeug kennzeichnen. Die derzeit erprobte Tankervariante wird weiter als KC-390 vermarktet.

Mittelschwerer Frachter für vielfältige Aufgaben

Für die C-390 liegen Embraer bis dato 35 Bestellungen vor. 30 Maschinen sollen bei der brasilianischen Luftwaffe in Dienst gehen, fünf weitere bei Portugals Força Aérea Portuguesa. Brasilien hat das erste Serienflugzeug am 4. September erhalten, Portugal erwartet die erste C-390 im Jahr 2023. Außerdem haben Tschechien, Argentinien, Chile und Kolumbien Absichtserklärungen für den Transporter unterzeichnet, der mit einer maximalen Zuladung von 26 Tonnen größentechnisch zwischen der Lockheed C-130J Hercules (20 Tonnen) und dem Airbus A400M (37 Tonnen) rangiert. Angebtrieben wird die C-390 „Millennium“ von zwei V2500-E5-Turbofans aus dem Hause Pratt & Whitney, die dem Flugzeug knapp 280 kN Gesamtschub liefern. Mit einem Abfluggewicht von bis zu 87000 Kilogramm ist die C-390 das bislang schwerste Flugzeug, das in Lateinamerika entwickelt wurde. Embraer legte dabei großen Wert auf eine robuste Auslegung des Flugzeugs, um es für möglichst vielfältige Einsatzszenarien zu wappnen. So kann die C-390 sowohl von asphaltierten als auch von unbefestigten Pisten aus operieren.

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