Am Produktionsstandort von Lockheed Martin in Fort Worth, Texas, nähert sich der erste deutsche Tarnkappenjet dem Rollout. In die Zelle der ersten deutschen F-35A Lightning II, mit der Bezeichnung MG-01, wurde das Pratt-&-Whitney-Triebwerk F135 eingesetzt.
Das F135 hat rund 191 Kilonewton Schubkraft mit Nachbrenn und gilt als leistungsstärkste Strahlturbine, die je in einem einstrahligen Kampfjet verbaut wurde.
Das Triebwerk ist konstruktiv in die Tarnkappeneigenschaften des Flugzeugs integriert. Einlauf und Düse sind so geformt, dass sie die Radarquerschnittsfläche des Musters von vorn und hinten erheblich verringern.
Flugerprobung fehlt noch
Der deutsche Auftrag umfasst 35 Exemplare der konventionell startenden Variante F-35A und hat einen Gesamtwert von rund 8,3 Milliarden Euro, einschließlich Ausbildung, Simulation, Bewaffnung und Infrastruktur. Die Bundeswehr hat zuletzt wieder Lenkraketen vom Typ Joint Strike Missiles aus Norwegen für die F-35A bestellt.
Das Flugzeug soll den Tornado beerben, der seit Jahrzehnten im Rahmen der nuklearen Teilhabe der NATO als Trägerplattform für amerikanische Atomwaffen dient.
Nach dem Einbau des Triebwerks folgen Systemtests, Kraftstoffsystemprüfungen und Bodenlaufversuche, bei denen das Zusammenspiel von Steuerung und Antrieb überprüft wird. Erst dann beginnt die Flugerprobung vor der offiziellen Übernahme durch die Luftwaffe.
Ausbildung erstmal in den USA
Acht Maschinen befinden sich laut Lockheed Martin derzeit gleichzeitig in verschiedenen Fertigungsstadien. Die strukturellen Grundkomponenten der ersten Maschine entstanden bereits Ende 2024, die Endmontage wurde im November 2025 aufgenommen.
Die ersten acht Flugzeuge werden nach ihrer Fertigstellung nicht unmittelbar nach Deutschland überführt. Sie fliegen zunächst zur Ebbing Air National Guard Base im US-Bundesstaat Arkansas, wo Piloten und Bodenpersonal der Luftwaffe an dem komplexen Muster ausgebildet werden. Test- und Abnahmeflüge sind für die zweite Jahreshälfte 2026 vorgesehen.





