Deutschland bestellt mehr Lenkwaffen für F-35: Joint Strike Missile

Joint Strike Missile
Deutschland bestellt mehr Lenkwaffen für F-35

ArtikeldatumVeröffentlicht am 19.05.2026
Als Favorit speichern
JSM, Joint Strike Missile
Foto: Forsvaret (Norwegische Streitkräfte)

Deutschland bestellt noch mehr Joint Strike Missiles (JSM) vom norwegischen Rüstungskonzern Kongsberg für die Lockheed Martin F-35A Lightning II.

Insgesamt beläuft sich die neue Lenkwaffenbestellung auf 3,5 Milliarden norwegische Kronen (325 Millionen Euro). Im Juni vergangenen Jahres hatte Deutschland erstmals JSM geordert, damals für 6,5 Milliarden Kronen (603 Millionen Euro).

Um wie viele Raketen es geht, gaben die Vertragsparteien nicht bekannt. Experten schätzen die Kosten pro Lenkwaffe auf etwa 3 bis 3,5 Millionen Euro. Damit ergäbe sich für beide Verträge eine Gesamt-Stückzahl von etwa 250 bis 300 JSM.

Norwegen und Japan sind die einzigen Länder, welche die Lenkwaffe schon in Dienst gestellt haben. Australien, die USA und Deutschland haben das System bereits geordert. Den Verkauf der Raketen nach Belgien hat das US-Außenministerium gestern genehmigt.

Die Rakete wurde speziell für die F-35 konzipiert und ist die einzige ihrer Klasse, die in den Varianten F-35A und F-35C in den internen Waffenschächten mitgeführt werden kann.

Die JSM ist eine Weiterentwicklung der norwegischen Naval Strike Missile und kann sowohl gegen Bodenziele als auch gegen Schiffe eingesetzt werden. Die Reichweite wird vom Hersteller mit über 500 Kilometern angegeben. Eine JSM wiegt etwa 416 Kilogramm bei einer Länge von vier Metern. Ausgestattet ist das Waffensystem mit einem 120-Kilogramm-Sprengkopf.

Im Rahmen des Hansa-Abkommens, das Norwegen und Deutschland Anfang dieses Jahres geschlossen haben, wollen die beiden Länder enger militärisch kooperieren.

Neben dem Raketengeschäft ist Kongsberg in Deutschland unter anderem an der Entwicklung einer Überschallrakete gemeinsam mit Diehl Defence und MBDA beteiligt.

Erste deutsche F-35 in diesem Jahr werwartet

Noch hat die Bundeswehr keine F-35. Die erste Maschine (MG-01) steht aber kurz vor dem Roll-Out. Derzeit befindet sich MG-01 noch in der Endmontage im Lockheed-Martin-Werk in Fort Worth, Texas.

Ende März waren Rumpfsektionen und Tragflügel bereits zusammengefügt und das Fahrwerk installiert. In der laufenden Fertigungsphase werden mehrere hundert weitere Komponenten verbaut.

Lockheed Martin arbeitet gleichzeitig an acht F-35A für die Bundeswehr. Die ersten acht Maschinen werden jedoch nicht direkt nach Deutschland geliefert, sondern zunächst zur Ebbing Air National Guard Base im US-Bundesstaat Arkansas verlegt. Dort sollen deutsche Piloten auf dem neuen Muster ausgebildet werden.

Insgesamt hat Deutschland 35 Exemplare bestellt, die die Tornado IDS der Luftwaffe ersetzen sollen.