Die in London ansässige Global Airlines teilte im Mai dem amtlichen, britischen Firmenregister "Companies House" verspätet mit, dass einer seiner Direktoren, der sehr wohlhabende Only-Fans-Gründer Tom Stokely, am 14. April zurückgetreten sei. Damit schrumpfte das dreiköpfige Führungsgremium von Global auf zwei Personen, nämlich Vorstandschef James Asquith (Foto) und Direktor Prashant Uttamchandani. Mittlerweile trat jedoch auch Uttamchandani von seinem Direktorenposten zurück, so dass zeitweise nur noch Asquith, ein früherer Investmentbanker, verblieb. Global ernannte mittlerweile den Berater und Fitnessunternehmer Dylan Salamon zum neuen Direktor.
Dauerparken statt Linienbetrieb
Unternehmensgründer Asquith, ein kompletter Branchenneuling, hatte angekündigt, mit Global eine Fluggesellschaft aufbauen zu wollen. Dazu hatte Global Airlines einen gebrauchten Airbus A380 (Werknummer MSN120) von China Southern gekauft und als 9H-GLOBL auf Malta in der EU zugelassen. Trotz mehrfacher Ankündigungen wurde bisher aber keine Airline-Betriebslizenz (AOC) erworben, auch das dafür nötige Fachpersonal scheint weiterhin zu fehlen. Somit kann man Global Airlines rechtlich bisher eher als Dry-Leasingfirma oder Reiseveranstalter betrachten. Vor einem Jahr hatte Global ihre bisher einzigen vier Passagierflüge durchgeführt und war von Glasgow und Manchester aus mit geringer Auslastung je einmal nach New York (JFK) und zurück geflogen. Die dafür nötigen Cockpitbesatzungen hatten sich die Briten kurzzeitig bei der erfahrenen und renommierten Leasingfirma HiFly am kommerziellen Markt extern gemietet.
Flugzeug besser als Ersatzteilspender verkaufen?
Unklar ist, wie das Unternehmen jemals zu einer legalen Fluggesellschaft werden will, wenn ihm weiterhin jegliche Branchenerfahrung, Fachleute und ein realistischer Entwicklungsplan fehlen? Vor Erteilung einer Airline-Betriebslizenz werden sowohl die technische und personelle Qualifikation eines Unternehmens, als auch dessen stabile, finanzielle Situation geprüft. Das einzige Flugzeug von Global Airlines parkt seit Sommer 2025 tatenlos im südfranzösischen Tarbes, wo größere Wartungsarbeiten anstehen, bevor ein nochmaliger Passagierbetrieb aufgenommen werden könnte. Damit scheint ein Verkauf des Flugzeugs als Ersatzteilspender die kaufmännisch sinnvollste Lösung für das unrealistisch ambitioniert gestartete Unternehmen zu sein.





