Die F/A-18 Hornet fliegt in Spanien schon seit November 1985. Insgesamt 60 EF/A-18A und B – das "E" steht für "España – stießen bis zum Sommer 1990 zur spanischen Luftwaffe. Die Jets erhielten später ein Upgrade, außerdem sicherte sich Spanien Mitte der Neunzigerjahre einen Schwung gebrauchter Hornets der US Navy, die zwischen 1995 und 1998 geliefert wurden.
Anfang dieses Jahres fanden sich noch 69 F/A-18 im Bestand der Ejército del Aire y del Espacio, womit die Hornet zahlenmäßig nach wie vor die Nase vorn hat gegenüber dem Eurofighter, von dem die Spanier derzeit 67 Exemplare fliegen. Allerdings ist das nur eine Momentaufnahme, denn Spanien erwartet in den kommenden zehn Jahren insgesamt 45 neue Eurofighter. Die ersten Exemplare sollen noch 2026 eintreffen. Sie stammen aus einer Order von 2022, die 20 Maschinen umfasste (Programm Halcón). Ende 2024 bestellte die Regierung in Madrid 25 weitere Eurofighter ("Halcón II"), deren Auslieferung planmäßig zwischen 2030 und 2035 ansteht.
Einige dieser neuen Kampfjets made in Europe sind dafür gedacht, einen Teil der F/A-18-Flotte zu ersetzen.

Die EF-18 steht bei Spaniens Luftstreitkräften seit 40 Jahren im Dienst - und wird wohl noch einmal 15 Jahre dranhängen müssen.
F-35 "endgültig vom Tisch"
Für den Rest der Hornets, deren Betrieb 2030 enden sollte, war eigentlich die Lockheed Martin F-35 als rechtmäßige Erbin vorgesehen. Doch die Pläne zur Beschaffung des Stealth-Kampfjets wurden im Sommer 2025 von der Regierung verworfen. Das sei "endgültig vom Tisch", schrieb die Tageszeitung El País damals.
Damit schuf Madrid zugleich ein Problem, denn eine wirkliche Alternative für die F-35 hat man seither nicht aus dem Hut gezaubert. Prekär ist das vor allem auch für die Marine, deren AV-8B Harrier II vor dem Ende ihrer Lebensdauer stehen – und die nach ursprünglicher Planung eigentlich durch kurzstart- und senkrechtlandefähige F-35B ersetzt werden sollten.
F/A-18-Weiterbetrieb bis 2040?
Was die F/A-18 der Luftwaffe angeht, so dürften zumindest Teile der bestehenden Flotte deutlich länger im Einsatz bleiben als geplant. Das lässt sich jedenfalls aus einer Antwort der spanischen Regierung an das Parlament herauslesen. In dem Dokument, datiert auf den 23. Februar 2026, ist die Rede davon, dass eine Verlängerung der Nutzungsdauer der F-18 "auf den Zeitraum 2035-2040" eine Anpassung des Instandhaltungssystems des Flugzeugs erfordern würde, "um die Flotte bis zu ihrer Außerdienststellung zu unterstützen und sowohl die Einsatzbereitschaft als auch die Sicherheit durch einen angemessenen Wartungsaufwand zu gewährleisten."
Dazu werde "der Wartungsplan für die Avionik-Subsysteme des Flugzeugs geringfügig angepasst, um der vorhersehbaren Veralterung der Avionik-Wartungsstände Rechnung zu tragen." Dies wiederum führe "zu einer Verlängerung der Wartungszeiten (...), wobei die entsprechenden Arbeiten kostspieliger und komplexer werden."

Einen Teil der Hornet-Flotte wird Spanien neuen Eurofighter-Exemplaren ersetzen. Der Bestand soll bis 2035 auf 115 Maschinen ansteigen.
Spanien kauft Ersatzteile ein
Wie das spanischsprachige Luftfahrtportal Aviación Online ergänzend berichtet, stehen diese angekündigten Maßnahmen im Einklang mit einer Reihe weiterer Entscheidungen der jüngeren Vergangenheit, die den Weiterbetrieb der F/A-18 sichern sollen. Dazu gehören laut Aviacón Online kontinuierliche Investitionen in Ersatzteile und logistische Unterstützung aus den USA, "darunter Verträge im Zusammenhang mit dem General Electric F404-Triebwerk" der Hornet. So hat Spanien sich offenbar für rund 200 Millionen US-Dollar über ein vom Pentagon genehmigtes Foreign Military Sales-Geschäft bis zu 250 Ersatz-Fans für besagten Triebwerkstyp gesichert.
"Derartige Anschaffungen – insbesondere in diesem Umfang – sind für Flotten, die sich der Ausmusterung nähern, selten gerechtfertigt", schlussfolgert das Luftfahrtportal. "Vielmehr zeugen sie von einer bewussten Planung zur Aufrechterhaltung der Einsatzbereitschaft über längere Zeiträume."
Nachfolger auf tönernen Füßen
Allerspätestens für die Zeit nach 2040 aber braucht die spanische Luftwaffe definitiv eine Zukunftslösung. Hier hat sich die Industrie des Landes bereits Anteile am FCAS-Programm gesichert – dem Future Combat Air System, an dem federführend auch Frankreich und Deutschland beteiligt sind. Möglicherweise steuern die Iberer damit aber schon auf das nächste Dilemma zu, denn das Projekt hat mächtig Sand im Getriebe, weil sich die Platzhirsche Dassault und Airbus um Entwicklungsanteile streiten. Ein Zwist, der in erster Linie von Dassault ausgeht, sieht man sich dort doch dank jahrzehntelanger Erfahrung mit Kampfjet-Projekten dafür auserkoren, auch bei Europas Fighter der sechsten Generation die programmatische Führung einzunehmen.
Inwieweit sich die festgefahrene Situation, und damit FCAS als solches, noch retten lässt, bleibt abzuwarten. Bundeskanzler Friedrich Merz und Frankreichs Präsident Emmanuel Macron vereinbarten jüngst, dem Programm eine finale Frist bis Mitte April zu setzen.





