Indien überlegt derzeit, russische Superfighter zu beschaffen. Doch die Mühlen in Indiens Verteidigungsministerium mahlen langsam. "Die endgültige Entscheidung steht noch aus, die Verhandlungen mit Russland über die Su-57 dauern an. Die Regierung hat sich noch nicht auf einen Preis für diese Flugzeuge festgelegt", zitierte Indian Defense News Verteidigungsminister Rajesh Kumar Singh.
Seit Januar ist öffentlich, dass die beiden Länder über die Beschaffung des russischen Stealth-Kampfjets konkret verhandeln.
Russland soll nun Indien ein erneuertes Angebot unterbreitet haben, wonach die indische Luftwaffe zwei Staffeln Su-57 erhalten könnte. Bei einer Vereinbarung vor Ende 2026 könnte Indien bis 2030 mit 36 bis 40 Exemplaren rechnen. Nach dem vorgeschlagenen Plan könnten die ersten Flugzeuge bereits Ende 2027 oder 2028 in Indien eintreffen.
Indiens eigenständiger Kampfjet der fünften Generation, das Advanced Medium Combat Aircraft (AMCA), wird definitiv nicht vor Mitte der 2030er Jahre einsatzbereit sein. Russland positioniert die Su-57 daher als hochleistungsfähige Übergangslösung. Einen Beigeschmack hätte die Beschaffung für Indien allerdings schon, denn 2018 hatte sich die Regierung aus dem gemeinsamen FGFA-Programm mit Russland zurückgezogen, um sich auf sein eigenes AMCA-Projekt zu konzentrieren.
Hersteller will Produktion hochfahren
Um diese ehrgeizigen Lieferpläne zu unterstützen, arbeitet Russlands United Aircraft Corporation (UAC) daran, ihre Produktionskapazität deutlich zu erhöhen. Bis 2027 sollen 16 bis 20 Su-57 pro Jahr aus der Halle rollen. In den vergangen sechs Jahren wurden nur 30 bis 34 Flugzeuge an die russische Luftwaffe ausgeliefert.
Produktion in Indien möglich
Ende Januar erklärte Wadim Badecha, Chef der UAC, am Rande der Luftfahrtmesse Wings India gegenüber Reportern, dass unter andrem die Möglichkeit bestehe, die Su-57 in Indien in den Werken zu produzieren, die derzeit für die Fertigung des Vorgängermodells genutzt werden.
Hindustan Aeronautics Limited (HAL) soll die Su-57 in Indien fertigen und dabei bestehende Fertigungskapazitäten für die Su-30MKI nutzen. Dies würde Kosten senken und indische Zulieferer einbinden.
Russland bietet nach Angaben von Badecha einen umfassenden Technologietransfer an, einschließlich AESA-Radar, KI-Elemente und Triebwerke. Zudem ist man offen für die Integration indischer Waffensysteme.





