Saudische F-15SA mit europäischer Lenkwaffe: IRIS-T

IRIS-T
Saudische F-15SA mit europäischer Lenkwaffe

ArtikeldatumVeröffentlicht am 27.05.2026
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IRIS-T
Foto: Bundeswehr/Christian Timmig

Ein Foto aus offenen Quellen zeigt erstmals eine F-15SA der Royal Saudi Air Force mit einer IRIS-T. Das Bild, verbreitet vom saudischen Luftfahrtbeobachter BNSALEM, hat in Verteidigungskreisen erhebliche Aufmerksamkeit erregt.

Die saudische Luftwaffe betreibt zwei F-15-Varianten. Neben den älteren F-15C/D sind auch F-15SA im Einsatz, eine Weiterentwicklung der zweisitzigen F-15E Strike Eagle.

Die letzten von insgesamt 84 bestellten F-15SA wurden 2020 ausgeliefert. Gegenüber der Strike Eagle bietet die SA-Version leistungsstärkere Triebwerke, ein verbessertes Radar, ein modernisiertes Cockpit sowie ein integriertes Infrarot-Suchsystem.

Standardwaffe für den Eurofighter

Für den Eurofighter Typhoon, den Saudi-Arabien auch betreibt, gilt die IRIS-T seit Jahren als Standardwaffe im Nahbereichskampf. Deutschland genehmigte 2024 eine weitere Tranche von 150 Stück für das Königreich. Zuvor hatte Saudi-Arabien bereits 1.400 Stück geordert.

Die IRIS-T von Diehl Defence ist ein Kurzstrecken-Lenkflugkörper nach dem "Fire-and-Forget"-Prinzip. Nach dem Abschuss verfolgt die Rakete ihr Ziel selbstständig, ohne weitere Steuerung durch den Piloten.

Das Herzstück der Rakete ist der Infrarotsuchkopf. Anders als ältere Wärmesucher, die schlicht der stärksten Hitzequelle folgen, erkennt er das Ziel anhand seiner thermischen Kontur und kann so zwischen dem Triebwerksstrahl eines Kampfjets und abgefeuerten Infrarot-Täuschkörpern unterscheiden.

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Der Eurofighter und die F-15 bilden das Rückgrat der saudischen Luftwaffe. Dieselbe Rakete in beiden Kampfjets zu nutzen, würde sich also aus logistischen Gründen anbieten und der saudischen Luftwaffe außerdem erlauben, sich von US-amerikanischen Waffensystemen für die F-15 unabhängiger zu machen.

Saudi-Arabien schaut sich derzeit auch nach weiteren nicht US-amerikanischen Kampfflugzeugen um. Parallel zu den laufenden Gesprächen über eine mögliche F-35-Lieferung zeigt das Königreich nämlich Interesse am türkischen KAAN.

Bei der World Defense Show in Riad im Februar 2026 präsentierte der türkische Hersteller TAI ein Ausstellungsmodell in saudischen Hoheitszeichen und erklärte, die Verhandlungen befänden sich in der "Entscheidungsphase".