Zum ersten Mal zeigt das am 6. Juli vom Verteidigungsministerium in Baku veröffentlichte Video, dass Aserbaidschan die JF-17 Thunder einsetzt. Damit ist Aserbaidschan offiziell der vierte Betreiber des von China und Pakistan gemeinschaftlich entwickelten Fighters – nach Pakistan, Myanmar und Nigeria.
Schon im vergangenen November hatten fünf JF-17 über Baku für Furore gesorgt, als sie in Formation an einer Militärparade teilnahmen. Die Kampfjets hatten sich allerdings ohne jegliche Markierungen gezeigt, was wiederum die Annahme nährte, es handle sich um inkognito fliegende Exemplare der pakistanischen Luftwaffe.
Im Gegensatz dazu zeigen die beiden nun gefilmten JF-17 klar erkennbar aserbaidschanische Hoheitszeichen. Die Kennzahlen 24-501 und 24-502 deuten darauf hin, dass es sich um die ersten Thunder-Kampfjets im Arsenal Aserbaidschans handelt. Einwandfrei feststellen lässt sich das allerdings nicht. Auch die Gesamtzahl der bis jetzt aus Pakistan gelieferten JF-17 bleibt weiter unklar. Bestellt hat Aserbaidschan wohl bis zu 40 Exemplare – was die einstige Sowjetrepublik zugleich zum größten Exportkunden des einmotorigen Fighters macht.

Die JF-17 Aserbaidschans sind in einem ähnlichen Grauton lackiert wie die pakistanischen, tragen jedoch die aserbaidschanische Flagge Aserbaidschans am Heck sowie die Unterschrift von Ex-Präsident Heidar Alijew.
MiG-29 auf dem Abstellgleis
Das von der Regierung in Baku veröffentlichte Video zeigt neben den beiden genannten JF-17 auch mehrere Suchoi Su-25 und Aero L-39 Albatros, die gemeinsam mit den in Pakistan gebauten Neuerwerbungen in den Himmel steigen. Von welcher Airbase die Aufnahmen stammen, ist nicht einwandfrei bestätigt. Das Portal Janes schreibt dazu, "es handelt sich vermutlich um Nasosnaya, wo laut Satellitenbildern kürzlich umfangreiche Modernisierungsarbeiten vorgenommen wurden, darunter der Bau von 16 Flugzeugunterständen."
Ein Flugzeugmuster im Bestand der aserbaidschanischen Luftstreitkräfte kommt in dem Video derweil nicht vor: die Mikojan-Gurewitsch MiG-29, von der Aserbaidschan noch rund ein Dutzend besitzt. Drei weitere MiG-29 standen Anfang 2022 zur Wartung in Lemberg in der Ukraine – teildemontiert und nicht flugbereit. Als Russland die Ukraine am 24. Februar 2022 angriff, verlor sich das Schicksal der aserbaidschanischen Jets im Dunkeln. Bis im Sommer 2025 plötzlich eine MiG-29 in aserbaidschanischen Farben, aber mit ukrainischen Hoheitszeichen über der Ukraine auftauchte.

Die JF-17 mit den Kennungen 24-501 und 24-502 zeigten sich im Video mit drei externen Treibstofftanks und ohne Bewaffnung.
Was kann die JF-17 Block III?
Das Fehlen der MiGs im neuen Video der Aserbaidschaner dürfte kein Versehen sein – denn aller Wahrscheinlichkeit nach werden die JF-17 Thunder die MiG-29 in der Luftverteidigung des Landes ersetzen. Dazu setzt Baku auf die neueste Version des wegen seiner überschaubaren Anschaffungs- und Betriebskosten als "Günstig-Kampfjet" deklarierten Fighters, die JF-17 Block III.
Die Block III-Variante besitzt ein modernes AESA-Radar aus China sowie ein Helmdisplay, wird über Fly-by-Wire gesteuert und ist als veritables Mehrzweckkampfflugzeug konzipiert. In dieser Funktion kann sie ein breites Arsenal von Luft-Luft- und Luft-Boden-Bewaffnung mitführen.
Die Jets aus dem pakistanischen Bestand sind bisher mit je einem – aus Russland stammenden – RD-93-Turbofan ausgerüstet, der mit Nachbrenner bis zu 84,4 kN Schub liefert. Das RD-93 ist seinerseits eine Variante des Klimow RD-33, das die Aserbaidschaner gut aus der MiG-29 kennen. Geplant ist jedoch, künftige JF-17 auf das chinesische Guizhou WS-13-Triebwerk umzurüsten.





