Ali Ismet Öztürk sprühte vor Euphorie. Der passionierte Flieger und Gründer des MSÖ-Luft- und Raumfahrtmuseums in Eskişehir freute sich über einen "großartigen Tag", wie er zu Protokoll gab. "Wir sind alle sehr glücklich, dieses historische Flugzeug nach anderthalb Jahren harter Arbeit wieder in der Luft zu sehen."
Kein Geringerer als Klaus Plasa saß im Cockpit der wieder aufgebauten Fw 190 in den Farben der türkischen Luftwaffe, als diese sich am 3. Juni erstmals über ihre neue Heimat im Herzen Anatoliens erhob. Plasa sei "einfach der Beste auf diesem Muster", konstatierte der Museumschef. "Wir sind zweimal geflogen und werden in den kommenden Tagen weitere Testflüge unternehmen."
Irgendwann dürfte Ali Ismet Öztürk dann auch selber im Cockpit seines "Würgers" Platz nehmen, fliegt er doch schließlich auch die Supermarine Spitfire seines Museums und wird in der Türkei als Kunstflug-Ass gefeiert. Zum Einfliegen der "neuen" Maschine greifen er und seine Mitstreiter aber auf die Erfahrung des deutschen Warbird-Experten Klaus Plasa zurück, der unter anderem auch den in Deutschland registrierten Fw 190-Nachbau D-FWMV regelmäßig fliegt.

Die türkische Fw 190 beim Start zu ihrem Jungfernflug nach anderthalbjähriger Restaurierung am 3. Juli 2026 in Eskişehir.
"Würger" in Nordfrankreich abgeschossen
Beim frisch wieder flugfähigen "schwarzen Würger" aus Anatolien handelt es sich weitgehend ebenfalls um einen Nachbau aus dem Hause FlugWerk – konstruiert um die Reste der Focke-Wulf Fw 190 mit der Werknummer 1134, die am 9.März 1943 bei den Weser-Flugzeugwerken in Bremen aus der Halle rollte.
Diesem Exemplar des vielleicht besten deutschen Propellerjägers aus dem Zweiten Weltkrieg war jedoch kein Glück vergönnt: Schon 1944 wurde die Fw 190 über Nordfrankreich von einer US-amerikanischen P-51 Mustang abgeschossen.
Fw 190 über Umwege in die Türkei
Aus den Überresten des als Fw 190 A5 gebauten Wracks wollte der kalifornische Sammler Dan Kirkland ab dem Jahr 2000 wieder ein flugbereites Original entstehen lassen. Dafür war allerdings zu wenig "Fleisch am Knochen", die Substanz des welken Warbirds war einfach zu schlecht. Die von Kirkland beauftragten Profis GossHawk Unlimited in Casa Grande nahmen folgerichtig zahlreiche Neuteile der deutschen Firma FlugWerk als Grundlage für die Restaurierung zur Hand.
Doch die auf diese Weise mit neuen A8-Teilen wieder zum Leben erweckte Fw 190 hatte auch in ihrer zweiten Karriere wenig Glück: Nach einigen unglücklichen Bodenunfällen rottete sie lange Zeit in einem Hangar in Arizona vor sich hin – bis 2025 Ali Ismet Öztürk auf den Plan trat, sie für das von ihm geführte und gegründete MSÖ-Museum erwarb, in die Türkei verschiffen ließ und schließlich Mach Aviation in Eskişehir mit dem abermaligen Neuaufbau beauftragte.
Der wiederum erfuhr nun am 3. Juli mit dem Erstflug im schwarzen Farbkleid der türkischen Luftwaffe nach anderthalb Jahren seine vorläufige Krönung.





