Neue Torpedo-Abwehr für Chinas Top-Flugzeugträger Fujian

Fujian mit neuem Abwehrsystem
Neue Torpedo-Abwehr für Chinas Top-Flugzeugträger

ArtikeldatumVeröffentlicht am 06.07.2026
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Nach Angaben chinesischer Militärmagazine und der South China Morning Post könnte der Flugzeugträger Fujian das weltweit erste Kriegsschiff seiner Klasse sein, das über ein spezielles Abwehrsystem gegen Torpedos verfügt.

Verbaut ist ein Sechsrohr-Werfer für leichte 324-Millimeter-Torpedos bei dem es sich nach Einschätzung der chinesischen Beobachter um ein Anti-Torpedo-Torpedo-System (ATT) handeln könnte, das feindliche Torpedos aktiv abfangen und zerstören kann. Bisher ist ein solches System noch auf keinem aktiven Träger weltweit verbaut.

Anders als Marschflugkörper lassen sich schwere, drahtgelenkte Torpedos kaum durch klassische Abwehrsysteme stoppen. Ein Vorläufersystem hatte China bereits 2016 präsentiert. Treffer von schweren Torpedos können einen Flugzeugträger schnell außer Gefecht setzen, weswegen die riesigen Kriegsschiffe mit solchen "Hard-to-Kill"-Technologien ausgestattet werden.

Die Fujian ist Chinas dritter Flugzeugträger. Anders als die beiden älteren Träger Liaoning und Shandong, deren Konstruktion noch auf sowjetische Vorbilder zurückgeht, stammt sie komplett aus chinesischer Entwicklung. Der neueste Carrier verfügt zudem als einziger Flugzeugträger außerhalb der USA über ein elektromagnetisches Katapult.

Feststoffantrieb und Elektromotor

Berichten zufolge soll beim ATT der Fujian ein kleiner Feststoffbooster für den ersten Schub sorgen, danach übernimmt ein elektrischer Pumpstrahlantrieb, der deutlich leistungsstärker sein soll als US-Alternativen. So seien Geschwindigkeiten von 50 bis 60 Knoten binnen nur drei Sekunden möglich.

Weil sich Drehzahl und Strömung praktisch verzögerungsfrei regeln lassen sollen, könne der Abwehrtorpedo selbst abrupte Ausweichmanöver nachvollziehen und damit auch moderne Torpedos abfangen können.

Zur Ausstattung gehört laut Bericht ein breitbandiges Sonar im Kopf des Torpedos, das aus mehreren Kilometern Entfernung zwischen echten Zielen und Täuschkörpern unterscheidet. Für die Vernetzung mehrerer Abwehreinheiten und die Verbindung zum Trägerschiff soll eine erprobte akustische Funktechnik sorgen, die auch unter Wasser stabil und schwer abzuhören sei.

Die eigentliche Zerstörungswirkung entsteht offenbar aus zwei kombinierten Effekten. Eine gerichtete Hohlladung nach dem Vorbild panzerbrechender Munition sowie einer Druckwelle aus der Nahdetonation.