Lust auf eine eigene Bf 109? Oder auch gleich zwei? Checken Sie mal Ihren Kontostand, denn wenn Sie das nötige Kleingeld auf der hohen Kante haben, könnte das Ihre Chance sein: In England werden zwei Exemplare des wohl legendärsten deutschen Jagdflugzeugs des Zweiten Weltkriegs versteigert – wobei finanzkräftige Interessenten wahlweise für eines der Flugzeuge oder direkt für beide bieten können.
Die beiden seltenen Warbirds gehören zu einer australischen Privatsammlung und sind nach Angaben des Auktionators Icon Global tadellos in Schuss. Star der Auktion ist sicher die Bf 109 E mit der Werknummer 3579 ("Weiße 14"), die im Zweiten Weltkrieg auf deutscher Seite kämpfte und heute im Biggin Hill Heritage Hangar residiert.
Bei der zweiten Maschine handelt es sich um einen spanischen Lizenzbau vom Typ Hispano HA-1112-M4L Buchón, der 1954 mit der Werknummer 40/2 bei Hispano Aviación mit einem britischen Rolls-Royce Merlin anstelle des deutschen Daimler-Benz-Motors vom Band rollte. Der ab Werk mit Tandem-Cockpit versehene Doppelsitzer trägt die rote Bordnummer 11 und steht als G-AWHC derzeit im britischen Sywell.

Der Hispano-Doppelsitzer aus Biggin Hill ist Baujahr 1954 und wirkte Ende der 60er Jahre im Spielfilm "Luftschlacht um England" mit.
Kriegsveteranin und Filmflugzeug
Die "Rote 11" erlebte ihre bislang größte Sternstunde im Jahr 1968, als sie bei den Dreharbeiten zum Spielfilm "Luftschlacht um England" mitwirkte und später in dem fertigen Kriegsepos auf der Leinwand zu sehen war. Nach einer längeren Restaurierung erfolgte der erneute Erstflug am 28. Juni 2018. Beim Wiederaufbau wurde die originale Schiebehaube aus Sicherheitsgründen durch eine nachgebaute G-12-Haube ersetzt.
Im Gegensatz zur zweisitzigen Film-Messerschmitt nahm die Bf 109 E "Weiße 14" am echten Kriegsgeschehen rund um die Luftschlacht um England teil. Die G-CIPB, die derzeit wegen Motorproblemen nicht fliegt, wurde 1939 in den Arado Flugzeugwerken gebaut.

Die Bf 109 E "Weiße 14" ist theoretisch flugfähig, war aber wegen Motorproblemen seit Längerem nicht in der Luft. Sie nahm 1940 an der Luftschlacht um England teil.
"Emil" bald wieder flugbereit?
Gemäß Aufzeichnungen, die dem Auktionator Icon Global nach eigenen Angaben vorliegen, schoss die "Emil" über Großbritannien zwei gegnerische Spitfire ab. Ende 1940 erlitt sie eine Bruchlandung in Frankreich und wurde im Zuge der Reparatur auf den Standard E7 aufgerüstet. Ab 1941 flog sie in Skandinavien, wo sie eine weitere Bruchlandung erlitt. Abermals repariert, ging sie 1942 im See Pjaosero nahe Louchi (Russland) verloren – und wurde 1992, 50 Jahre später also, aus ihrem nassen Grab gezogen und komplett restauriert. Seit 2015 hat sie in Biggin Hill ihr Zuhause.
"Dieses Flugzeug wurde einer umfassenden Restaurierung unterzogen, die höchsten Ansprüchen an Authentizität und Erhaltung genügt", heißt es von Icon Global. "Die Flugzeugzelle wurde vollständig restauriert und flugbereit gehalten, und ihr originaler Daimler-Benz-Motor wurde in Deutschland fachmännisch überholt und wird in Kürze wieder eingebaut." Daher handle es sich bei der "Emil" um "eine der wenigen erhaltenen Messerschmitt Me 109, die in der Lage sind, wieder flugtauglich zu werden."





