Frisches Geld für Kampfjet-Programm: "Welt-Kampfflugzeug" GCAP geht in nächste Phase

Frisches Geld für Fighter-Programm
„Welt-Kampfflugzeug“ GCAP geht in die nächste Phase

ArtikeldatumVeröffentlicht am 06.07.2026
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Edgewing, verantwortlicher Konstrukteur für den geplanten Kampfjet der sechsten Generation, bekommt 4,6 Milliarden Pfund (rund 5,4 Milliarden Euro) von der GCAP-Agentur, die das Global Combat Air Programme koordiniert.

Der auf 18 Monate angelegte Vertrag soll den Abschluss der fortgeschrittenen Konzept- und Bewertungsphase ermöglichen und die gemeinsame detaillierte Entwicklungsarbeit vorantreiben. Finanziert wird er gemeinschaftlich von den drei beteiligten Staaten, Italien, Japan und Großbritannien.

Masami Oka, Chief Executive der GCAP-Agentur, bezeichnete die Vertragsunterzeichnung als Ehre und erklärte, sie werde es der Agentur und Edgewing ermöglichen, "in allen Bereichen der Umsetzung" weiter erhebliche Fortschritte zu erzielen.

Das Programm sei "vital für die globale Sicherheit und die Abwehr künftiger Bedrohungen", so Oka weiter, während gleichzeitig Kosten und technologische Vorteile geteilt sowie hoch qualifizierte Arbeitsplätze in allen drei Ländern geschaffen würden. Mit der langfristigen Finanzierung sei die Zukunft von GCAP "so gesichert wie nie zuvor".

Noch neun Jahre Zeit

Schon 2035 soll der erste Kampfjet im Rahmen des Programms ausgeliefert werden. Der Zeitplan klingt ambitioniert, allerdings soll ein Demonstrator bereits zu über 75 Prozent fertiggestellt sein. Flugtests sollen im kommenden Jahr beginnen.

Der "Jet der Zukunft" soll extreme Tarnkappentechnik und künstliche Intelligenz (KI) verbinden, um Luftherrschaft sicherzustellen. Anders als bei bisherigen Kampfflugzeugen soll Manned-Unmanned-Teaming bei der Entwicklung an erster Stelle mitgedacht werden.

Wird auch Deutschland Teil von GCAP?

Diskutiert wird derzeit auch eine mögliche Erweiterung des Programms. Italiens Verteidigungsminister Guido Crosetto sprach sich Ende Juni dafür aus, GCAP für weitere Staaten zu öffnen, und nannte Kanada, Deutschland sowie Saudi-Arabien als mögliche Kandidaten – wobei Kanada als Beobachter bereits das größte Interesse zeige.

Auch Leonardo-Chef Roberto Cingolani hatte zuvor auf die industrielle Stärke Deutschlands verwiesen, von der das Programm profitieren könnte.

Für Deutschland wäre ein Einstieg eine gute Möglichkeit, um die Lücke zu schließen, die seit dem Scheitern des deutsch-französischen Kampfjetprojekts FCAS besteht. Airbus und Dassault hatten sich zuvor nicht auf die Aufteilung der Projektführung einigen können. MTU-Triebwerkschef Johannes Bussmann zeigte sich zuletzt offen für neue Kooperationsformate und schloss eine deutsche Annäherung an GCAP nicht aus.