Der russische Leichthubschrauber Kamow Ka-226T hob erstmals mit dem neu entwickelten Triebwerk VK-650V ab. Bei den Testflügen wurden Rollen, Schwebeflüge und Manöver durchgeführt, um Stabilität, Steuerbarkeit und Belastungen der Hauptkomponenten zu testen. Der Flug dauerte nach Angaben von Russian Helicopters 20 Minuten.
Das Triebwerk wurde von der United Engine Corporation (UEC), einer Tochter des russischen Staatskonzerns Rostec, entwickelt. Neben dem neuen Antrieb verfügt die Maschine über überarbeitete Avionik, ein neues Steuerungssystem sowie ein erneuertes Bordkabelnetz – allesamt aus russischer Produktion. Vorher flog die Ka-226T noch mit einem französischen Antrieb, dem Turbomeca Arrius 2G1.
Verkauf ins Ausland geplant
Rostec-Vize Wladimir Artyakow bezeichnete den Erstflug als Meilenstein im staatlichen Importsubstitutionsprogramm. Er zeigte sich zuversichtlich, dass der modifizierte Hubschrauber "in Russland und im Ausland große Nachfrage finden wird". Derzeit wird die Ka-226T beim russischen Katastrophenschutz und bei den Marinefliegern genutzt.
Indien hatte vor der Invasion der Ukraine Interesse an dem Hubschrauber gezeigt, allerdings später aus politischen Gründen von einem Kauf abgesehen.
Die Ka-226T hat ein koaxiales Rotorsystem, das dem Hersteller zufolge gute Steuerbarkeit auch in großen Höhen und bei starkem Seitenwind bieten soll. Dank seines modularen Aufbaus lässt sich der Hubschrauber innerhalb von 45 Minuten für verschiedene Einsatzzwecke umrüsten. Genutzt werden kann die Ka-226T so für Fracht- und Passagiertransport, Patrouillenflüge sowie Such-, Rettungs- und Sanitätsmissionen.
Für Nikolai Kolesow, Chef von Russian Helicopters, belegt der Testflug die Leistungsfähigkeit der russischen Industrie: "Der Start der Flugtests des aktualisierten Ka-226T mit russischen Triebwerken zeigt deutlich die Fähigkeit unserer Industrie, moderne Luftfahrzeuge ausschließlich auf Basis eigener Technologien herzustellen."





