Gulstream Aerospace und Rolls-Royce haben kürzlich den ersten Flug einer G800 mit 100 Prozent SAF (sustainable aviation fuel, alternativer Flugkraftstoff) durchgeführt, wie die Unternehmen am 8. Juli mitteilten. Dieser Flug war Teil einer von Gulfstream durchgeführten Flugtestkampagne in großen Flughöhen bis 50.000 Fuß (ca. 15.240 m), bei der die Bildung von Kondensstreifen im Fokus stand. Erste Ergebnisse deuten darauf hin, dass Feinstaubemissionen, die zur Bildung von Kondensstreifen beitragen, durch das genutzte Biokerosin deutlich reduziert werden.
Die G800 wurde dabei in geringem Abstand von einer G700 verfolgt, die zu einem fliegenden Emissionsmesslabor umgerüstet wurde. Das ermöglichte es Forschern, präzise, echte Messungen von Feinstaub und kondensstreifenbildenden atmosphärischen Eigenschaften vorzunehmen – und das in größeren Höhen, als sie von den meisten Verkehrsflugzeugen beflogen werden, die jedoch für die Geschäftsluftfahrt typisch sind. Beide Flugzeuge werden von Pearl-700-Triebwerken von Rolls-Royce angetrieben.
Treibstoffe mit und ohne Schwefel und Aromaten
Bei den Flugtests kamen verschiedene Treibstoffe zum Einsatz, um zu untersuchen, wie die verschiedenen Zusammensetzungen die sogenannten Nicht-CO₂-Emissionen beeinflussen, zu denen die Bildung von Kondensstreifen zählt. Genutzt wurde konventionelles Jet-A-Kerosin, Jet-A mit weniger Schwefel und reines HEFA-Kerosin (Hydro-processed Esters and Fatty Acids), das keine Aromaten und keinen Schwefel enthält.
"Nachhaltige Flugkraftstoffe in Kombination mit kompatiblen, hocheffizienten Flugzeugtriebwerken werden nicht nur eine entscheidende Rolle bei der Dekarbonisierung der Luftfahrt spielen, sondern reduzieren nachweislich auch bestimmte Nicht-CO₂-Emissionen. Die wertvollen Erkenntnisse, die wir aus diesen jüngsten Tests in großer Höhe gewonnen haben, sowie die Daten aus Projekten wie QRITOS oder ECLIF3 tragen maßgeblich dazu bei, die Nicht-CO₂-Klimawirkungen der Luftfahrt und mögliche Minderungsmaßnahmen besser zu verstehen", sagte Alan Newby, Leiter der Forschung und Entwicklung bei Rolls-Royce.
Geleitet wurde die Flugtestkampagne von Gulfstream, beteiligt waren daran neben Rolls-Royce auch die US-Luftfahrtbehörde FAA, die NASA, das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR), die Missouri University of Science & Technology, Aerodyne Research und Montana Renewables and World Fuel Services.






