Die Ähnlichkeit mit Lockheed Martins Superfighter F-22 ist kein Zufall – der US-Rüstungskonzern stand den Entwicklern der KF-21 Boramae bei Südkoreas Flugzeughersteller KAI beratend zur Seite. Als Gegenleistung bestellten die Koreaner 2014 bei Lockheed Martin 40 F-35A – und stockten diese Order vor gut zwei Jahren auf insgesamt 60 Maschinen auf.
Für die einheimische KF-21, das leistungsstärkste Flugzeug, das Südkorea je hervorbrachte, stehen bislang lediglich 40 Bestellungen im Auftragsbuch. Diese Orders verteilen sich auf zwei Vertragsabschlüsse zu je 20 Exemplaren – der erste wurde 2024 unterzeichnet, der zweite Anfang Juli 2025. Beide Kontrakte umfassen die Erstlingsversion Block I der Boramae, deren erste Vertreterinnen bis Ende dieses Jahres ihren Weg zu den Einsatzgeschwadern der südkoreanischen Luftstreitkräfte finden sollen. Der Leistungsumfang dieser frühen KF-21-Variante beschränkt sich dem Vernehmen nach vorrangig auf Luftverteidigungsaufgaben, erst mit der Ausführung Block II wird die Boramae zum vollwertigen Mehrzweckkampfflugzeug. Bereits in der Block I-Version findet sich jedoch das AESA-Radar des südkoreanischen Zulieferers Hanwha Systems, allerdings mutmaßlich mit eingeschränkter Software.
Entwicklungsstand der KF-21
Die Boramae Block II dürfte erst gegen Ende des Jahrzehnts serienreif sein, die Endmontage der ersten Block I-Serienjets lief dagegen schon im Frühjahr 2025 an. Produziert wird im KAI-Werk Sacheon ganz im Süden Südkoreas. Parallel dazu läuft die Flugerprobung mit den insgesamt sechs Prototypen weiter – planmäßig bis Ende 2026.
Außer Südkorea selbst hat bislang keine weitere Nation die KF-21 bestellt – wenngleich in der jüngeren Vergangenheit einige Nationen ihr ernsthaftes Interesse angemeldet haben. Da wäre etwa allen voran Indonesien, das eigentlich als Entwicklungspartner mit im Boot sitzt, dessen Rolle im Programm aufgrund einiger Zerwürfnisse und säumiger Zahlungen jedoch drastisch eingedampft wurde. Gleichwohl meldete Jakarta erst in dieser Woche, am 6. Januar, Interesse am Kauf der Block II-Boramae an. Anscheinend soll es um die Bestellung von 16 Exemplaren gehen.
Interessenten in Asien und Europa
In Europa hält sich nach wie vor Polen als möglicher Kunde, das bei KAI bereits den leichten Kampfjet FA-50 bestellt hat. Und im Dezember meldeten international mehrere Medien, dass sich die Philippinen in fortgeschrittenen Verhandlungen mit KAI befänden, bei denen es um den Erwerb von einem Dutzend KF-21 gehen soll.
Generell gilt die Boramae, ausgelegt als Kampfjet der Hybrid-Generation 4.5 mit eingeschränkten Tarnkappeneigenschaften, gerade für finanziell eher eingeschränkte Nationen als vielversprechendes Gesamtpaket, wird ihr doch ein sehr attraktives Preis-Leistungs-Verhältnis attestiert.
Das soll die KF-21 Boramae kosten
In der südkoreanischen Talksendung Bon Game 2, die sich speziell mit Rüstungsfragen befasst, kamen nun zum Jahreswechsel konkrete Preisangaben für die KF-21 aufs Tapet. Und die bewegen sich tatsächlich auf einem recht moderaten Niveau. Die Diskutanten des Formats nannten für die Block I-Version einen Stückpreis von rund 83 Millionen US-Dollar. Die kampfwertgesteigerte Boramae Block II soll für etwa 112 Millionen US-Dollar pro Stück zu haben sein.
Diese Preisangaben korrespondieren mit bereits früher aufgestellten Schätzungen, die sich zwischen 70 und 85 Millionen US-Dollar für eine KF-21 des Standards Block bewegten – inklusive Wartungs-, Ersatzteil- und Ausbildungspaket. Auch das für den jüngsten Vertragsabschluss mit der südkoreanischen Luftwaffe genannte Auftragsvolumen von rund 1,7 Milliarden US-Dollar passt in diesen Kostenrahmen, entspricht es bei 20 bestellten Jets doch ebenfalls einem Stückpreis von 85 Millionen US-Dollar.

Die KF-21 Boramae könnte aufgrund ihres recht moderaten Preises für finanziell nicht über die Maßen üppig bestückte Exportkunden interessant sein.
Was kostet eine F-35?
Zum Vergleich: Der "Fly-away"-Preis für eine F-35A liegt laut Medienberichten bei mindestens 100 Millionen US-Dollar (Flugzeug und Triebwerk, ohne Zusatzpakete). Deutschland zahlt für seine 35 bestellten F-35A einen Gesamtpreis von rund 8,3 Milliarden Euro (9,66 Milliarden US-Dollar). Das entspricht einem Stückpreis von sage und schreibe 237 Millionen Euro (276 Millionen US-Dollar) – allerdings ist in den Kosten laut Angaben des Bundesverteidigungsministeriums "ein umfangreiches Paket aus Triebwerken, rollenspezifischer Missionsausstattung, Ersatz- und Austauschteilen, technisch-logistischer Unterstützung, Ausbildung sowie Bewaffnung" inkludiert.





