Die ungarische Luftwaffe setzt auf die Saab JAS-39 Gripen. Seit 2006 fliegen die schwedischen Fighter für die Magyaren. Insgesamt 14 Jets, zwölf einsitzige Gripen C und zwei Doppelsitzer Gripen D, hat Ungarn im Bestand – allesamt von Saab geleast. Ursprünglich war der 2001 vereinbarte Vertrag auf zehn Jahre ausgelegt, 2016 wurde er um ein weiteres Jahrzehnt verlängert. In diesem Jahr läuft der Leasing-Kontrakt aus, womit alle 14 Gripen ins Eigentum der ungarischen Luftstreitkräfte übergehen.
Zusätzlich zur Bestandsflotte orderten die Ungarn im Februar 2024 bei Saab weitere vier fabrikneue Gripen C – von denen die erste nun die Endmontagelinie in Linköping verlassen hat. Die ungarische Botschaft in Stockholm veröffentlichte ein entsprechendes Foto des frisch gebackenen, noch unlackierten Kampfjets auf ihrer Facebook-Seite. "Im Jahr 2026 feiert die ungarische Luftwaffe 20 Jahre Zusammenarbeit mit Saab und dass Ungarn stolzer Betreiber von Gripen JAS-39-Kampfflugzeugen ist", schreibt die Botschaft dazu.
"Bis zum Sommer dieses Jahres wird die ungarische Gripen-Flotte um vier neue Gripen C erweitert. Botschafter Péter Palóczi und seine Kollegen besichtigten diese Flugzeuge während eines Besuchs im Saab-Werk in Linköping, wo sie Gespräche mit Führungskräften und Mitarbeitern von Saab führten, die für das Gripen-Programm verantwortlich sind."

Ungarn fliegt die Saab JAS-39 Gripen seit 2006. Hier eine Gripen C beim Start im türkischen Konya während der Großübung Anatolian Eagle 2025.
18 Gripen als Ungarns Speerspitze
Nach Auslieferung des neuen Gripen-Quartetts wird Ungarn in Summe über 18 JAS-39 verfügen, denn offiziellen Verlautbarungen zufolge bleiben von den 14 Bestandsflugzeugen alle im Dienst.
Ab 2022 ließen die Magyaren ihre Gripen C und D von Saab auf den neuen Standard MS20 Block 2 aufrüsten. Dieser umfasst unter anderem das verbesserte Puls-Doppler-Radar PS-05/A Mk 4 mit erhöhter Reichweite und besserer Erfassung kleiner Luft-Luft-Ziele. Außerdem wurden eine verbesserte Freund-Feind-Kennung und erweiterte Kommunikationsmöglichkeiten integriert, die dem aktuellen NATO-Stand entsprechen.

Technik-Support und Ersatzteilversorgung für Ungarns Gripen sind seitens Saab bis 2036 vertraglich gesichert.
Zwischenfälle mit ungarischen Gripen
Von den 14 Bestands-Gripen der Ungarn erhielten 13 das Upgrade, eine der beiden Gripen D war bereits ab Werk von Saab als MS20 Block 2 ausgeliefert worden. Sie hatte 2016 eine andere, ältere Gripen D ersetzt, die im Mai 2015 während eines Trainingsfluges im tschechischen Čáslav (Tschaslau) abgestürzt war.
Eine weitere ungarische Gripen verunfallte im Juni 2016 bei der Landung, wurde aber später wieder repariert. In beiden Fällen hatten die Piloten sich per Schleudersitz retten können.





