Der Iran-Krieg bescherte der US-Luftwaffe ein paar herbe Verluste. Unter anderem verloren die USA mehrere Boeing KC-135 Stratotanker. Mindestens fünf wurden durch iranische Drohnenangriffe am Boden beschädigt, eine stürzte ab – nach der Kollision mit einer weiteren KC-135 über dem Irak.
Mutmaßlich mit der Absicht, dieser Dezimierung der Tankerflotte entgegenzuwirken, überführte die Air Force am 2. April die 68 Jahre alte KC-135 58-0011 von der Davis-Monthan Air Force Base in Arizona zur Tinker Air Force Base in Oklahoma, wo sich mit dem Oklahoma City Air Logistics Complex einer der größten Wartungsbetriebe der USAF befindet.
In Tinker erfolgt traditionell die Depotwartung für zahlreiche Flugzeugtypen, unter anderem für die KC-135. Mit dem 507th Air Refueling Wing ist vor Ort zudem ein Stratotanker-Geschwader beheimatet, das Besatzungen und Wartungspersonal für die KC-135 ausbildet.
Zusammen mit der 58-0011 überführte die Air Force mit der 58-0018 noch eine weitere KC-135 aus Davis-Monthan nach Tinker, wie öffentlich zugängliche Daten von Tracking-Diensten wie Flightradar24 dokumentierten.
Schnelle Reaktivierung möglich
Die 58-0018 war allerdings bereits zuvor dauerhaft aktiv, weilte nur für wenige Tage in Arizona und kehrte inzwischen wieder zu ihrer Heimatbasis McConnell in Wichita (Kansas) zurück. Die 58-0011 hingegen stand seit Ende des vergangenen Jahres eingemottet auf dem "Boneyard" der 309th Aerospace Maintenance and Regeneration Group (AMARG) der US Air Force in Davis-Monthan.
Die AMARG lagert Fluggerät der US Air Force in unterschiedlichen Konditionen ein. So gibt es zum Beispiel die sogenannte "Type 1000"-Lagerung, gemäß der Flugzeuge dauerhaft in einem beinahe flugbereiten Zustand geparkt werden, um bei Bedarf eine möglichst rasche und reibungslose Rückkehr in den aktiven Dienst zu ermöglichen.
Eine weitere Kategorie, genannt "Type 2000", klassifiziert konservierte Maschinen, die mit vertretbarem Aufwand wieder reaktiviert werden oder zumindest als Ersatzteilspender ausgeschlachtet werden können.

Auf dem AMARG-Flugzeugfriedhof Davis-Monthan lagern Hunderte von US-Militärflugzeugen. Manche lassen sich bei Bedarf vergleichsweise schnell reaktivieren.
Weitere prominente "Auferstandene"
Die US Air Force holte in der Vergangenheit immer wieder in Davis-Monthan eingemottete Flugzeuge zurück in die Einsatzgeschwader. So ließ die AMARG etwa 2019 den B-52-Bomber "Wise Guy" wieder auferstehen, nachdem dieser rund zehn Jahre in Davis-Monthan gestanden hatte. 2024 reaktivierte man außerdem die B-1B Lander namens "Rage". Der Schwenkflügler war 2021 in die Obhut der AMARG gekommen, wurde dann jedoch als Ersatz für eine andere B-1B reaktiviert, die bei einem Landeunfall auf ihrem Heimatstützpunkt Ellsworth in South Dakota verunglückt und ausgebrannt war.
Stratotanker bleibt unverzichtbar
Die Tanker-Flotte der US Air Force spiel(t)en bei der US-Operation "Epic Fury" gegen den Iran eine zentrale Rolle. Der Vorsitzende des Generalstabs der US-Streitkräfte, Air Force-General Dan Caine, bezeichnete die an den Angriffen mitwirkenden Tankflugzeuge im März als eine der wichtigsten Ressorucen im US-Arsenal.
Trotz ihres weit vorgerückten Alters stellt die KC-135 mit gut 370 aktiven Exemplaren (Stand Januar 2026) zahlenmäßig nach wie vor den Löwenanteil im Tanker-Arsenal. Die modernere, aber nach wie vor problembehaftete Boeing KC-46 Pegasus ist derzeit bei der Air Force "nur" mit rund 100 Exemplaren vertreten.





