USA wollten drei Flughäfen in Venezuela zerstören

Operation Absolute Resolve
USA hatten mehr Flughäfen in Venezuela im Visier

ArtikeldatumVeröffentlicht am 15.01.2026
Als Favorit speichern
Flugzeuge der US Air Force beim Kampfeinsatz gegen Venezuela (Operation Absolute Resolve).
Foto: USAF

Für die Luftwaffe Venezuelas hätte die Nacht vom 2. auf den 3. Januar auch anders verlaufen können: Im Zuge des Angriffs auf venezolanische Infrastruktur zur Festnahme des Präsidenten Nicolás Maduro war die US-Luftwaffe bereit, mehrere Flugplätze auszuschalten, sollte das venezolanische Militär versuchen, Jagdflugzeuge zur Abwehr einzusetzen.

Ein stark geschwärztes Memo des US-Justizministeriums, das am Montag veröffentlicht wurde, legt offen, welche Ziele im Fokus des Angriffs gestanden hätten, wenn Venezuelas Luftwaffe mobilisiert worden wäre.

Das Dokument, unterzeichnet vom stellvertretenden Generalstaatsanwalt Elliot Gaiser, ist auf den 23. Dezember 2025 datiert – also zehn Tage vor dem Angriff der USA in der Nacht vom 2. auf den 3. Januar.

Drei Flughäfen wurden identifiziert, die "zerstört werden könnten, falls sich dort Kampfflugzeuge zur Abwehr der Angriffstruppe versammeln", heißt es dort. "Ansonsten werden die Flugplätze nicht angegriffen, da sie sowohl militärisch als auch zivil genutzt werden."

Diese drei Flugplätze sollten demnach nur im Falle einer Bedrohung durch venezolanische Abfangjäger als Ziele dienen. Letztendlich gab es keine verwertbaren Hinweise darauf, dass sich die Su-30-Flanker oder F-16-Maschinen der venezolanischen Luftwaffe zur Abwehr des US-Angriffs vorbereiteten.

Neben den Flughäfen, von denen potenziell Fliegerstaffeln hätten starten können, stellte die Flugabwehr ein erhebliches Hindernis für die US-Flieger dar. Das Justizministerium dokumentierte, dass sich "auf der Anflugroute nach Fort Tiuna [wo Maduro vermutet wurde] bis zu 75 Flugabwehrbatteriestellungen befinden könnten."

Um die Flugabwehr auszuschalten, wurden der Fliegerhorst Generalissimo Francisco de Miranda in Caracas, auch als La Carlota bekannt, sowie der Flughafen Higuerote an der Küste östlich der Hauptstadt angegriffen.

Empfohlener redaktioneller Inhalt
Social Icon X

Ob es sich dabei um Flughäfen aus dem Memo handelt, ist aus dem ungeschwärzten Teil des Dokuments nicht ersichtlich. Allerdings sollen auf beiden Plätzen keine Flugzeuge stationiert gewesen sein. Außerdem ist La Carlota seit Jahrzehnten für den zivilen Flugverkehr gesperrt.

Besonders zeigte sich das Justizministerium in dem Memo besorgt, dass die Flugabwehr für die Helikopter gefährlich werden könnte, die Maduro außer Landes schaffen sollten. Eine besondere Bedrohung stellten dabei die etwa 5.000 russischen Igla-S-Flugabwehrraketen dar, die als tragbare Luftabwehrsysteme (MANPADS) eine erhebliche Gefahr für bodennah fliegende Hubschrauber darstellen.

Empfohlener redaktioneller Inhalt
Social Icon X

Vor dem Angriff auf die Flugabwehr wurde zusätzlich die Stromversorgung in Fort Tiuna gekappt. Mehrere Kommunikationswege der venezolanischen Streitkräfte wurden gezielt unterbrochen, um eine Reaktion zu erschweren.

Schließlich erklärte das Justizministerium in dem Memo, dass "Risiken für die Mission signifikant" seien und der Erfolg maßgeblich vom Überraschungseffekt abhänge. Dennoch gelang es den US-Kräften, Maduro außer Landes zu bringen. Die Luftverteidigung Venezuelas erwies sich letztendlich als weniger wirksam als in dem Memo des Justizministeriums befürchtet, und US-Jäger und Hubschrauber konnten während des gesamten Einsatzes Lufthoheit wahren.