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B-1B Lancer: Triebwerkschaden durch Tablet-Computer?

Panne bei B-1B Lancer Triebwerkschaden durch Tablet-Computer?

Während ihres Aufenthalts in Norwegen erlitt eine B-1B der US Air Force am Boden einen schweren Triebwerkschaden. Das blieb nicht ohne Folgen: Der Vorfall kostete die Kommandeurin der Wartungsstaffel ihren Job. Mutmaßlich geriet ein Tablet ins laufende Triebwerk.

Es war eine historische Premiere: Erstmals machten Ende Februar vier B-1B Lancer des 7th Bomb Wing der US Air Force als Bomber Task Force der NATO in Norwegen Station. Von ihrem Stützpunkt im südnorwegischen Ørland aus flogen die "Bones" diverse Missionen, teilten sich den Luftraum einmal mit zwei B-2A Spirit und wagten sich, in Form eines Zwischenstops in Bodø, bis über den Polarkreis – eine weitere Premiere. Der Besuch in Norwegen habe das Ziel, gemeinsam mit den Partnern "Abschreckungs- und Verteidigungsfähigkeiten zu verbessern", aber auch, den Einsatz der Lancer unter kalten, arktischen Bedingungen zu trainieren, kommentierte die US-Luftwaffe Anfang März.

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USAF
B-1B des 7th Bomb Wing auf der Dyess AFB am 23. März 2021. Nur drei der vier "Bones" kehrten planmäßig aus Norwegen zurück.

Kommandeurin verliert ihren Posten

Für drei der vier B-1B endete das Bomber-Deployment wie geplant am 23. März mit der Rückkehr auf ihren Stützpunkt, die Dyess Air Force Base in Texas. Die vierte Lancer aber blieb vorerst in Norwegen – und das war alles andere als geplant. Ein Sprecher des 7th Bomb Wing erklärte dazu auf Nachfrage gegenüber dem Portal "The War Zone", die Maschine habe "während eines kürzlichen Einsatzes in Norwegen einen Triebwerksschaden" erlitten. Der Zwischenfall werde aktuell noch untersucht, weitere Informationen gebe es deswegen vorerst nicht. Allerdings berichtete der Sprecher über personelle Konsequenzen, die der Vorfall bereits nach sich zog: Wegen des Vertrauensverlusts in ihre Befehlsfähigkeit sei eine Kommandeurin der Wartungsstaffel ihres Amtes enthoben und versetzt worden.

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Die vier B-1B waren auf dem norwegischen Stützpunkt Ørland stationiert. Eine von ihnen blieb mit Triebwerkschaden länger dort.

Tablet im Triebwerk

Unter Berufung auf interne Quellen nennt The War Zone auch den mutmaßlichen Grund für die Panne – und der klingt in der Tat haarsträubend. Demnach soll eines der Triebwerke am Boden einen herumliegenden Tablet-Computer angesaugt haben. Dieser habe innerhalb des F101-Turbofans für "erhebliche Schäden" gesorgt, weshalb der Austausch des kompletten Triebwerkspaares der betreffenden Seite notwendig geworden sei. Der Sprecher des 7th Bomb Wing wollte diese Information auf Nachfrage weder bestätigen noch dementieren.

Norwegische Luftwaffe
Während ihres Aufenthalts in Norwegen landete eine der vier B-1B auch auf dem Flughafen Bodø nördlich des Polarkreises.

Rückkehr nach Dyess

Tatsächlich blieb die betroffene B-1B nach dem Abflug ihrer drei Schwestermaschinen für drei weitere Wochen in Norwegen und hob erst Mitte April von Ørland aus zu einer Mission über der Ägäis ab. Darüber berichtete die US Air Force in einer Pressemitteilung vom 12. April, in der es weiter hieß, der Bomber werde "nach Abschluss der Mission auf die Dyess AFB zurückkehren." Warum sich die Lancer so lange noch in Norwegen aufhielt, darüber gibt die offizielle Air Force-Mitteilung keine Rückschlüsse.