The Exploration Company (TEC) aus München wird mit seiner in der Entwicklung befindlichen Nyx-Raumkapsel im Auftrag der ESA zur Internationalen Raumstation ISS fliegen. Der Vertrag wurde auf dem Space Summit in Paris unterzeichnet und hat einen Wert von 760 Millionen Euro. Das teilte die ESA am 10. September mit.
Geplant sind eine erste Demonstrationsmission zur ISS im Wert von 310 Millionen Euro und optional zwei weitere Frachtflüge zur ISS oder zu einer künftigen kommerziellen Raumstation im Gesamtwert von 460 Millionen Euro.
"Dies ist mehr als nur eine Auftragsvergabe: Es spiegelt einen Wandel in der Art und Weise wider, wie wir in Europa Weltraumtechnologie entwickeln", sagte Hélène Huby, CEO und Gründerin von The Exploration Company. Man habe die Entwicklung der wiederverwendbaren Nyx-Kapsel ausschließlich mit privaten Mitteln begonnen. "Es ist zudem das erste Mal in Europa, dass ein fünf Jahre altes Weltraum-Start-up in einem offenen Wettbewerb einen Auftrag im Wert von mehreren hundert Millionen Euro gewinnt", so Huby.
Start mit einer europäischen Rakete
40 Prozent der Finanzierung für die Nyx-Demonstration hat das Unternehmen über private Investoren gesichert. Die ESA wird die verbliebenen 60 Prozent übernehmen.
Der Auftrag wurde im Rahmen der im März 2026 ausgeschriebenen Phase 2 des "LEO Cargo Return Services"-Wettbewerbs vergeben. Für Phase 1 hatte sich neben The Exploration Company 2024 auch Thales Alenia Space qualifiziert. Phase 2 läuft nun unter dem Namen ALADDIN (Autonomous LEO Accelerated Demo Docking to ISS Node). Die neue Bezeichnung spiegelt nach Angaben der ESA den Fokus auf beschleunigte Entwicklungszeitpläne und auf den Nachweis der Fähigkeit zum autonomen Andocken an die Internationale Raumstation innerhalb eines begrenzten Betriebsfensters wider.
The Exploration Company wird seine erste Nyx-Kapsel mit einer Ariane 64 (mit vier Feststoffboostern) vom europäischen Weltraumbahnhof in Kourou, Französisch-Guayana, aus starten. Wann der Start stattfinden soll, gaben Arianespace und The Exploration Company nicht bekannt. Das Unternehmen hatte bisher immer von 2028 gesprochen.





