Medizinischer Vorfall auf der ISS: Deshalb kehrte Crew-11 vorzeitig zurück

Medizinischer Vorfall auf der ISS
Deshalb kehrte Crew-11 vorzeitig zurück

ArtikeldatumVeröffentlicht am 30.03.2026
Als Favorit speichern
Deshalb kehrte Crew-11 vorzeitig zurück
Foto: NASA/Bill Ingalls

Mike Fincke (59) war vier Mal im All, doch beim letzten Mal sorgte sein Gesundheitszustand dafür, dass erstmals in der Geschichte der NASA eine Mission vorzeitig abgebrochen werden musste. Der NASA-Astronaut und Air-Force-Colonel im Ruhestand hatte bereits Ende Februar öffentlich gemacht, dass er der Grund für die verfrühte Rückkehr der Crew-11 zur Erde war. Nun hat er nachgelegt und gegenüber Associated Press weitere Informationen zu seiner rätselhaften Erkrankung gegeben.

Es geschah beim Abendessen am 7. Januar, nachdem er und seine NASA-Kollegin Zena Cardmann sich auf einen für den folgenden Tag geplanten Außenbordeinsatz vorbereitet hatten. Er habe plötzlich nicht mehr sprechen können. "Es kam völlig unerwartet. Es ging einfach unglaublich schnell", erzählt Fincke. Er habe keine Schmerzen gehabt und auch gut Luft bekommen. Aber seine Astronautenkollegen hätten seine Notlage erkannt und Hilfe von den Ärzten am Boden erbeten. Der Vorfall habe etwa 20 Minuten gedauert, erinnert sich Fincke, und er habe sich danach gut gefühlt und fühle sich auch jetzt gut. Er habe niemals zuvor einen solchen Aussetzer erlebt.

Noch ist die Ursache unklar

Die Ärzte hätten einen Herzinfarkt ausgeschlossen, sind aber immer noch dabei, den Vorfall zu untersuchen. Bereits auf der ISS wurde Fincke mit einem mobilen Ultraschallgerät untersucht. Seit er zurück auf der Erde ist, habe er zahlreiche Tests durchlaufen. Nach Angaben von Fincke durchforstet die NASA die medizinischen Unterlagen anderer Astronauten, um zu sehen, ob es im Weltraum möglicherweise bereits ähnliche Fälle gegeben habe.

Die Crew-11-Besatzung, zu der neben Fincke und Cardman auch der russische Kosmonaut Oleg Platonow und der japanische Raumfahrer Kimiya Yui gehörten, kehrten am 15. Januar mit ihrer Crew-Dragon-Kapsel zur Erde zurück – mehr als einen Monat vor dem regulären Ende der Mission. Nach der Wasserung der Dragon-Kapsel vor der Küste von San Diego wurden die vier Raumfahrer direkt ins Krankenhaus gebracht. Die NASA hatte zum Schutz der Privatsphäre des betroffenen Astronauten nicht bekanntgegeben, wer gesundheitliche Probleme hat.