NASA krempelt Artemis-Programm um

Höhere Startrate, andere Missionen
NASA krempelt Artemis-Programm um

ArtikeldatumVeröffentlicht am 27.02.2026
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NASA krempelt Artemis-Programm um
Foto: NASA/Sam Lott

Nach den Problemen mit der SLS-Mondrakete vor dem Start der Mission Artemis II gibt die NASA einen Strategieschwenk bekannt. Artemis III, eigentlich geplant für 2028, soll nun keine Mondlandung mehr beinhalten. Stattdessen soll die Mission auf Mitte 2027 vorgezogen werden und nur in den niedrigen Erdorbit führen, wo die Orion-Kapsel ein Rendezvous- und Docking-Manöver mit einem oder beiden Mondlandefähren (Starship von SpaceX und Blue Moon von Blue Origin) durchführen soll. 2028 plant die NASA zwei mögliche Landeversuche im Rahmen von Artemis IV und V ein. Danach soll jährlich eine Mondlandung stattfinden.

Die Veränderungen des Artemis-Programms sollen dazu führen, dass die Startrate des Space Launch System erhöht wird. "Alle drei Jahre zu starten, ist nicht der richtige Weg", sagte der NASA-Administrator Jared Isaacman am Freitag in einer Pressekonferenz. Ihm schwebt ein Start der SLS-Trägerrakete alle zehn Monate vor. Isaacman wies auf das Apollo-Programm hin. "Wir sind nicht direkt zu Apollo 11 übergegangen", sagte Isaacman. "Wir hatten das gesamte Mercury-Programm, Gemini – viele Apollo-Missionen, bevor wir schließlich erfolgreich gelandet sind. Jetzt ist unser Programm im Wesentlichen so aufgebaut, dass wir mit Apollo 8 starten und dann direkt zum Mond fliegen. Das ist wiederum kein Weg zum Erfolg." Die NASA will für das Artemis-Programm auch wieder mehr Mitarbeiter einstellen.

Weniger Varianten bei der Rakete

Zudem soll die SLS-Trägerrakete stärker standardisiert werden, hin zu einer Block-1-nahen Konfiguration, wie es Isaacman nannte. Block 1 beinhaltet die ICPS-Oberstufe (Interim Cryogenic Propulsion Stage), die von der Delta-IV-Trägerrakete übernommen wurde. Ab Artemis IV sollte sie eigentlich durch die von Boeing entwickelte Exploration Upper Stage (EUS) in der Block-1B-Konfiguration ersetzt werden. Es sei unnötig kompliziert, die Konfiguration des SLS zu ändern, um nachfolgende Artemis-Missionen durchzuführen, so der stellvertretende NASA-Administrator Amit Kshatriya. Ob die EUS mit den Änderungen nun gestrichen sei, wollte er aber nicht beantworten. Man diskutiere keine Vertragsthemen.

"Durch die Standardisierung der Raketenkonfiguration, die Erhöhung der Flugfrequenz und die logische, schrittweise Umsetzung der Ziele haben wir 1969 das fast Unmögliche erreicht, und so werden wir es auch wieder tun", sagte Isaacman. Isaacman betonte, dass nicht jede SLS-Trägerrakete ein "Kunstwerk" sein müsse.

Für Artemis II peilt die NASA derzeit einen Starttermin im April an. Die SLS-Trägerrakete wurde am 25. Februar von der Startrampe zurück ins Vehicle Assembly Building (VAB) gerollt. Dort kümmern sich Techniker um ein Problem mit der Helium-Zufuhr der Oberstufe. "Auf der Startrampe haben wir keinen Zugang zum Inneren der Oberstufe", erklärte Dr. Lori Glaze, stellvertretende Leiterin der Abteilung Exploration Systems Development im NASA-Hauptquartier in Washington. Zudem werden die Batterien des Flugabbruchsystems ausgetauscht und ein weiterer Test mit eben diesem System durchgeführt. Auch eine Dichtung der Sauerstoffzuleitung wird erneuert.