NASA wählt neue Oberstufe für SLS-Mondrakete

Nach Neuorganisation des Artemis-Programms
NASA wählt neue Oberstufe für SLS-Mondrakete

ArtikeldatumVeröffentlicht am 09.03.2026
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NASA wählt neue Oberstufe für SLS-Mondrakete
Foto: ULA

Die US-Raumfahrtbehörde NASA hat sich für eine neue Oberstufe für das Space Launch System entschieden: die Centaur, die auf der Vulcan-Trägerrakete der United Launch Alliance (ULA) zum Einsatz kommt. Sie soll bei den Mondmissionen Artemis IV und V zum Einsatz kommen. Bis Artemis III wird die ICPS-Oberstufe von ULA verwendet, die noch aus dem Delta-IV-Raketenprogramm stammt. ULA ist ein Gemeinschaftsunternehmen von Boeing und Lockheed Martin.

In einer am 6. März veröffentlichten Beschaffungsmeldung hat die NASA mitgeteilt, dass die Centaur-Oberstufe die einzige Möglichkeit ist, die eigentlich ab Artemis IV gedachte Exploration Upper Stage (EUS) zu ersetzen, die derzeit von Boeing für die SLS-Rakete entwickelt wird.

ICPS wird nicht mehr hergestellt

Die NASA hatte am 27. Februar angekündigt, dass sie die Entwicklung der SLS-Konfiguration Block 1B nicht weiter verfolgen will, sondern eine Block-1-nahe Konfiguration für künftige Artemis-Missionen anstrebt. Allerdings war zu diesem Zeitpunkt unklar, was mit der Oberstufe passieren soll. Denn die ICPS (Interim Cryogenic Propulsion Stage) von ULA war von vornherein nur für drei Flüge des SLS geplant. Die Delta-IV-Rakete, von der die ICPS abgeleitet ist, wurde 2024 außer Dienst gestellt, deshalb ist auch eine weitere ICPS-Produktion ausgeschlossen.

Die Centaur-Oberstufe weist einige Ähnlichkeiten mit der ICPS auf, beispielsweise das RL10-Triebwerk, die Treibstoffe Flüssigwasserstoff und -sauerstoff sowie eine vergleichbare Leistung. "Alle anderen alternativen Lösungen erfüllen die Leistungsanforderungen nicht, würden erhebliche Änderungen an der noch in der Entwicklung befindlichen Hardware erfordern, oder die Entwicklung neuer Hardware erfordern, die derzeit noch nicht existiert", heißt es in der NASA-Beschaffungsmeldung. Laut dem Dokument wurde nur eine andere Oberstufe für eine mögliche Verwendung auf der SLS-Rakete berücksichtigt, und zwar jene der New Glenn von Blue Origin.

Die Centaur muss für die SLS-Rakete nach Angaben der NASA nur geringfügig modifiziert werden. Um welche Anpassungen es sich handelt, wird in der Beschaffungsmeldung jedoch nicht weiter ausgeführt.