Südkoreas Präsident Lee Jae-myung hat am Dienstag öffentlich bestätigt, dass die USA Flugabwehrsysteme von der koreanischen Halbinsel in den Nahen Osten verlegen. "Wir sind gegen den Abzug von US-Luftabwehrwaffen, die für unsere Sicherheitsbedürfnisse eingesetzt werden", sagte Lee vor seinem Kabinett. Trotzdem räumte er ein, dass Seoul den Schritt nicht verhindern könne.
US-Medien hatten zuvor berichtet, dass Teile des THAAD-Systems aus Südkorea abgezogen werden sollen. Außenminister Cho Hyun bestätigte parallel laufende Gespräche über die Verlegung von Patriot-Batterien nach Westasien.
Der Abzug verdeutlicht, wie stark die US-amerikanischen Kapazitäten nach mehr als einer Woche intensiver iranischer Gegenangriffe am Golf unter Druck geraten sind. Seit dem gemeinsamen US-israelischen Angriff auf den Iran Ende Februar hat Teheran mit einer Intensität zurückgeschlagen, die westliche Militärplaner offenbar kalt erwischt hat.
Zwei AN/TPY-2-Radaranlagen, das technische Kernstück des THAAD-Systems, wurden in Jordanien zerstört. Der Bestand an Abfangraketen ist Schätzungen zufolge von rund 600 Stück zu Jahresbeginn auf möglicherweise unter 200 gesunken.
Was bedeutet das für Südkorea?
Südkorea ist durch einen gegenseitigen Verteidigungsvertrag an die USA gebunden. Angesichts der unmittelbaren Nähe zu Nordkorea gilt die Stationierung von Abwehrsystemen im Rahmen dieser Verpflichtung als unverzichtbar.
Für die USA ist auf der koeranischen Halbinsel vor allem die Nähe zur Volksrepublik China interessant. Die Stationierung der THAAD-Systeme hatte Moskau und Peking bereits in der Vergangenheit verärgert, da sie deren strategische Sicherheitsarchitektur schwächt.
Präsident Lee versicherte nun, die Verteidigungsfähigkeit des Landes gegenüber Nordkorea werde durch den Abzug nicht gefährdet. Nordkoreas Verteidigungsbudget liegt weit unter dem Südkoreas. Auch die nukleare Abschreckung der USA wirkt ohne die Raketenabwehrsysteme weiter. Der Abzug schwächt in erster Linie die militärische Projektionsfähigkeit Washingtons gegenüber China und Russland.

Der Iran wehrt sich gegen Angriffe der USA und Israel: Raketen für US-Flugabwehrsysteme werden offenbar knapp in Nahost.
Auch die Türkei verstärkt ihre Luftabwehr
Die Türkei meldete diese Woche die Verlegung zusätzlicher Patriot-Systeme in die Provinz Malatya, nachdem iranische Raketen offenbar in türkischen Luftraum geflogen waren. Die Systeme sollen vom US-Luftwaffenstützpunkt Ramstein in Rheinland-Pfalz stammen. In Malatya befindet sich eine Militärbasis, auf der unter anderem ein NATO-Radarsystem sowie US-Soldaten stationiert sind.












