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Deutschlands letzte Fokker 100 reist nach Down Under

Abschied bei Avanti Air Deutschlands letzte Fokker 100 reist nach Down Under

Am Flughafen Paderborn war bis vor Kurzem die letzte in Deutschland registrierte Fokker 100 zu Hause. Doch das ist jetzt vorbei. Betreiber Avanti Air schickte die Fokker in dieser Woche auf ihre letzte Reise. Es ging ans andere Ende der Welt: nach Australien.

Für Avanti Air-Chef Stefan Kissinger war der Abschied bittersüß. "Die Fokker war eines der zuverlässigsten Flugzeuge, die wir hatten", so sein Fazit gegenüber dem niederländischen Portal "Luchtvaartnieuws". Kissinger muss es wissen, hat er Avanti Air doch 1994 zusammen mit seinem Kompagnon Markus Baumann gegründet und in dieser Zeit – selbst Pilot – mehrere Muster kommen und gehen sehen. Die Fokker 100 war seit Anfang 2015 Teil der kleinen deutschen Charter-Airline. Drei Exemplare flog Avanti Air zeitweise. Davon war im Herbst 2021 noch eine übrig: die D-AOLG, Baujahr 1993. Nun ist auch sie für immer fort. Am 7. Februar trat sie ihre mehrtägige Abschiedsreise ins rund 14.000 Kilometer entfernte Australien an.

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Avanti Air flog die D-AOLG seit Januar 2015. Ihren letzten Einsatz für den Charter-Carrier absolvierte sie Ende Oktober 2021.

14.000 Kilometer in sechs Etappen

Über die Zwischenstationen Trabzon (Türkei), Al-Ain (VAE), Nagpur (Indien), Kuala Lumpur (Malaysia) und Surabaya (Indonesien) gelangte die Fokker am 10. Februar nach Perth zu ihrer neuen Eigentümerin Network Aviation. Ob sie dort noch weiterfliegen darf, ist unklar. Avanti Air gab auf Nachfrage der FLUG REVUE an, man besitze "keine gescherten Erkenntnisse" über das weitere Schicksal der Maschine. Gerüchten zufolge wollen die Australier die D-AOLG als Teilespenderin für ihre restliche Fokker-Flotte nutzen, die aus stolzen 18 Flugzeugen besteht. Auch eine Schwestermaschine der "Lima-Gerd", wie man sie scherzhaft nannte, fand ihren Weg zu Network Aviation: die heutige VH-NQZ flog einst ebenfalls für Avanti Air und traf an Heiligabend 2021 in Perth ein. Sie trägt bereits die QantasLink-Farben.

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Die Kabine der Fokker 100 bietet Platz für 100 Passagiere. Avanti Air ersetzt den Jet durch die Dash 8Q-400.

Seit 2015 bei Avanti Air

Die nun verabschiedete D-AOLG besitzt eine bewegte Vita. Ausgeliefert im Sommer 1993 als PT-MCN an die inzwischen längst verblichene TABA (Transportes Aéreos da Bacia Amazônica) aus Brasilien, flog sie in späteren Jahren für TAM Linhas Aéreas, bevor sie über die spanische Girjet im März 2008 zu OLT (später OLT Express) nach Deutschland kam. Dort erhielt sie auch ihr Kennzeichen D-AOLG, mit dem sie – nach zwei Jahren Standzeit infolge der Insolvenz von OLT Express – im Januar 2015 als erste Fokker 100 zu Avanti Air stieß.

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