Airbus A321XLR als Trendsetter der A320neo-Familie

Airbus-Flaggschiff als technischer Ideengeber
A320neo-Familie erbt Verbesserungen der A321XLR

ArtikeldatumVeröffentlicht am 04.08.2026
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A320neo-Familie erbt Verbesserungen der A321XLR
Foto: Airbus

Airbus teilte mit, dass die 2024 mit der A321XLR eingeführten Verbesserungen dazu dienten, auch die restliche A320neo-Familie nach dem Jahr 2030 konkurrenzfähig zu halten und die Herstellung zu vereinfachen. Das Verbesserungspaket firmiert bei Airbus intern unter der Bezeichnung "STEP 4". Die Abkürzung steht für "Synchronized Targeted Embodiment Point" (koordinierte technische Einführung).

Zunächst sollen A321neo und A320neo das kontruktiv vereinfachte, aber wirksamere, Hochautriebshilfensystem der A321XLR erben. Die XLR nutzt einfach geschlitzte Landeklappen innen, zuvor waren sie doppelt geschlitzt und mechanisch aufwändiger. Hinzu kommen neue Temperaturzonen in der vorderen Passagierkabine, ein leichteres Seitenruder mit rein elektronischer Ansteuerung, eine neue Grundversion der Flugsteuerungssoftware, ein neuer Flugdatenrechner und eine vereinheitlichte Leuchteneinheit für LED-Lande- und -Rollscheinwerfer, die "Multi-Functional Runway Lights" (MFRL). Auch das rote Warnlicht wird auf LED umgestellt.

Alle A321neo übernehmen XLR-Flügel

Außerdem soll die A321neo künftig den strukturell verbesserten Flügel der A321XLR erhalten. Dadurch will Airbus für die Betreiberairlines die Wartung vereinfachen und die eigene Produktion beschleunigen, um dem erklärten Ziel des Baus von 1000 Flugzeugen im Jahr näher zu kommen.

Mehr Nutzlast mit ETOC

Schließlich übernimmt die A321neo mit STEP 4 auch noch das ursprünglich für die A350 entwickelte, und dann auch für die A321XLR genutzte, "Enhanced Takeoff Perfomance Improvement Package" (ETOC). Es verbessert die Startleistungen und die Nutzlast der Flugzeuge durch neue, optimierte Landeklappenstellungen beim Start, und ist bei der A321neo auf deren neue Hochauftriebshilfen abgestimmt.

Reine Luft im Cobra Duct

Aber mit STEP 4 fließen auch gänzlich neue Lösungen ein. So erhält die Hilfsgasturbine künftig ihre Ansaugluft aus einem verbesserten Rumpf-Lufteinlauf, rechts neben dem Seitenleitwerk. Dieser J-förmige Luftkanal trägt jetzt den stolzen Namen "Cobra Duct", ähnelt seine Form doch grob einer sich zum Biß aufbäumenden Schlange. Vom Cobra Duct wird nun also auch die A321XLR profitieren. Der neue Lufteinlauf verbessert die Kabinenluftqualität und enthält besser korrosionsgeschützte Teile. Korrosionsschutzmaßnahmen und Verstärkungen, darunter bessere Versiegelungen, Türschwellen, Titanabdeckungen für die Sitzschienen und bessere Ablaufkanäle, gibt es künftig auch im strukturell verstärkten Kabinenfußboden und an den Türpaaren 1 (vorne) und 4 (ganz hinten). Sammelrinnen im Rumpfboden (Bilgen) fangen etwaige Flüssigkeiten aus der Kabine, zum Beispiel Kondenswasser, auf und leiten es geschützt ins Freie ab.

Produktpflege darf nicht bremsen

Damit die Einführung von STEP 4 nicht die auf Hochtouren laufende A321neo-Fertigung stört, fängt Airbus zunächst bei der etwas entspannteren A320neo mit der Einführung der Neuerungen an. Dabei wird schrittweise verbessert und die Elemente werden über mehrere Jahre eingeführt. Erst wenn die Neuerungen bei der A320neo-Endmontage sicher und störungsfrei klappen, folgen die komplizierteren Veränderungen, etwa der XLR-Flügel für die A321neo. In der dritten Phase erhält dann auch die XLR den Cobra Duct und weitere Verbesserungen.

Die Werknummern der ersten Flugzeuge, die sogenannten "Pilot Aircraft" (Lotsenflugzeuge), für die STEP-4-Maßnahmen hat Airbus bereits festgelegt. Sie beginnen mit A320neo und ein Jahr später mit der A321neo und dann der A321XLR.