Aus der zweiten Flugkarriere wurde nichts: Nachdem die neue, auf A330-Basis entwickelte BelugaXL seit 2020 Schritt für Schritt das Zepter im Airbus-Werksverkehr von ihrer Vorgängerin übernommen hatte, wollte Europas Flugzeugbauer mit den nicht mehr benötigten A300-600ST ein neues Standbein in Gestalt einer kommerziellen Frachtfliglinie aufbauen. Die Zulassung erhielt das Projekt im November 2023, doch so recht in Gang kam der Betrieb wider Erwarten nie. Im Januar 2025 kündigte Airbus schließlich an, die kommerziellen Frachtflüge wieder einzustellen.
Zwischenzeitlich nutzte Airbus einen Teil der alten Beluga-Flotte wieder für Werkstransporte, um Engpässe bei der BelugaXL-Flotte zu kompensieren. Doch inzwischen sind alle fünf A300-600ST außer Dienst. Als letzte Vertreterinnen des Quintetts weilen die knapp 28-jährige F-GSTD und die 25 Jahre alte F-GSTF noch an ihrer alten Wirkungsstätte in Toulouse. Die Schwestermaschinen F-GSTB (Baujahr 1996) und F-GSTC (Baujahr 1997) wurden im November und Dezember 2025 nach Bordeaux ausgeflogen. Die erste je gebaute Beluga F-GSTA parkt dort bereits seit 2021.

Mit bis zu fünf Belugas organisierte Airbus über viele Jahre den internen Werksverkehr für sperrige Flugzeugteile. Ab 2020 übernahm schrittweise das Nachfolgemuster BelugaXL.
Belugas reif fürs Museum
An Ort und Stelle verrotten lassen möchte Airbus seine altgedienten Großraumfrachter jedoch nicht. Vielmehr strebt der Konzern nach eigenen Angaben an, die Belugas als Museumsexponate und Ausbildungsobjekte für die Nachwelt zu erhalten. Erstmals hatte Airbus Anfang Dezember 2025 auf Anfrage des Portals aerotelegraph über diese Pläne informiert – zugleich aber betont, dass man noch keine endgültige Lösung hinsichtlich geeigneter Standorte gefunden habe.

Mit einem Laderaumvolumen von über 1.400 Kubikmetern zählt die A300-600ST zu den größten Frachtern weltweit. Allerdings verträgt sie nur rund 47 Tonnen Nutzlast.
Großfrachter benötigt Platz
Die A300-600ST ist mit 56,16 Metern Rumpflänge, 44,84 Metern Spannweite, einer Höhe von 17,24 Metern und mehr als 1.400 Kubikmetern Laderaumvolumen definitiv kein kleines Museumsstück. Allzu viele Orte, die Platz für solch ein Flugzeug bieten, gibt es höchstwahrscheinlich nicht – zumal Airbus als europäischer Flugzeughersteller nach eigenem Bekunden seine ausgedienten Transportveteranen bevorzugt in Europa konserviert sehen möchte. "Entsprechende Möglichkeiten sind derzeit in Prüfung", ließ der Konzern im Dezember gegenüber aerotelegraph verlauten.
Wo es die fünf Belugas letzten Endes hin verschlägt, bleibt damit bis auf Weiteres noch unklar.





