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ATR plant hybrid-elektrischen Turboprop

ATR EVO ATR plant hybrid-elektrischen Turboprop

ATR will bis 2030 die neue Regionalflugzeugfamilie EVO auf den Markt bringen.

Wesentliches Merkmal der neuen EVO-Familie sind nach Angaben des französisch-italienischen Flugzeugherstellers hybridfähige Turboprop-Triebwerke.

Der neue Entwurf sieht zwei Triebwerke vor, die mit 100 Prozent nachhaltigem Flugkraftstoff (SAF) betrieben werden können. Man strebe eine "milde" Hybrid-Elektrifizierung mit Batterien und einem Elektromotor an, der die konventionellen Gasturbinen während Start und Steigflug unterstützt.

Zudem sollen leistungsstarke und leise Acht-Blatt-Propeller, eine verbesserte Kabine mit leichten und nachhaltigen Materialien sowie überarbeitete Systeme, z. B. ein elektrisches statt mechanisches Enteisungssystem, zum Einsatz kommen.

Treibstoffverbrauch um ein Fünftel niedriger

"Unsere nächste Generation von Flugzeugen wird durch weitere inkrementelle Innovationen ein Schritt nach vorne in Richtung verantwortungsvolles Fliegen sein", so Stefano Bortoli, CEO von ATR. "Zu den wichtigsten Vorteilen gehören eine 20-prozentige Gesamtkraftstoffverbesserung und 100-prozentige SAF-Kompatibilität. Das bedeutet, dass das Flugzeug über 50 Prozent weniger CO2 ausstößt als ein Regionaljet, wenn es mit Kerosin betrieben wird. Bei Verwendung von 100 Prozent SAF liegen die Emissionen nahe bei null."

Fabrice Vautier, Senior Vice President Commercial bei ATR, hebt die Wirtschaftlichkeit der EVO hervor: "Die ATR ‚EVO‘ wird noch sparsamer sein, mit zweistelligen Betriebskosteneinsparungen, die insbesondere durch 20 Prozent geringeren Kraftstoffverbrauch und 20 Prozent geringere Gesamtwartungskosten erzielt werden." Dadurch könnten Fluggesellschaften auch wenig ausgelastete Strecken profitabler bedienen.

Man habe bereits eine Informationsanfrage an die wichtigsten Triebwerkshersteller bezüglich der Entwicklung eines neuen Antriebs gerichtet, der bestehende und zukünftige Technologien kombiniert. In den kommenden Monaten will ATR mit Fluggesellschaften, Triebwerksherstellern und Systemanbietern zusammenarbeiten, um das Programm bis 2023 zu starten.

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