NASA-Bauchlandung Pilotenfehler? Funk-Mitschnitt gibt neue Einblicke

WB-57 Bauchlandung
Pilotenfehler? Funkmitschnitt gibt neue Einblicke

ArtikeldatumVeröffentlicht am 29.01.2026
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Pilotenfehler? Funkmitschnitt gibt neue Einblicke

Am 27. Januar machte eine der drei von der NASA eingesetzten WB-57, eine bei Martin in den USA gebaute Version der English Electric Canberra, eine perfekte Bauchlandung auf dem Flughafen Ellington Field in Houston. Schnell wurde seitens der NASA veröffentlicht, dass es sich um ein technisches Problem gehandelt habe und das Fahrwerk nicht ausgefahren war. Nun kann man sich auf einem US-amerikanischen Youtube-Kanal den Funkverkehr der Minuten vor dem Unfall anhören.

Funkmitschnitt aufgetaucht

Die N927NA macht an diesem Tag zwei Anflüge auf den Flughafen. Der Pilot meldet sich laut Funk-Mitschnitt beim ersten Anflug am Pflichtmeldepunkt "low key" mit einer Positionsmeldung, dem Hinweis, dass das Fahrwerk ausgefahren sei und seiner Intention eines Tiefanflugs. Der Tiefanflug (low approach) auf die Landebahn 17R (rechts) wird vom Tower freigegeben, die Freigabe vom Piloten bestätigt. Nach dem Tiefanflug fragt der Tower die WB-57 nach ihrem weiteren Vorgehen ("NASA927, say intentions"). Diese antwortet mit "beantrage Platzrunde" (request closed) und wird vom Tower aufgefordert, eine verkürzte Linksplatzrunde zu machen. Außerdem verweist der zuständige Lotse auf Verkehr (Cessna) zwei Meilen hinter dem Abflug in 600 Fuß Höhe ("NASA927, roger, make left closed traffic. Traffic 2 miles off the Departure end at 600', Cessna"). Der NASA-Pilot fragt daraufhin, ob der Controller ihn auf 1100 Fuß (ca. 335 m) haben möchte ("NASA927, you want me at 1100 feet?"). Diese Frage bestätigt der Tower ("NASA927, affirmative").

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Warum erfolgt die Landung ohne Fahrwerk?

Der Tower weist anschließend weiteren anfliegenden Verkehr darauf hin, dass dieser von der WB-57 überflogen wird und der NASA-Jet auf die Landebahn 17R anfliegt. Dann wird es spannendd: Die NASA927 gibt durch, dass das Fahrwerk ausgefahren ist und sie ein Durchstartmanöver machen wird, einen touch an go ("NASA927, gear down, touch and go"). Der Tower bestätigt die Landebahn 17R, gibt den Wind durch und bestätigt das Durchstartmanöver ("NASA927, runway 17R, wind 230 at 4, cleared touch and go"). Der Pilot liest die Meldung nochmal zurück.

Was nun folgt, sind dramatische Szenen. Die WB-57 macht einen perfekten Anflug, kommt dem Boden immer näher und setzt schließlich mit einem langen Funken-Schweif auf der harten Oberfläche der Landebahn auf – ohne Fahrwerk. Hat der Pilot es einfach vergessen und trotzdem bestätigt, oder hat die Technik im Flugzeug nicht funktioniert und ihm vielleicht eine fehlerhafte Anzeige vorgespielt, dass das Fahrwerk ausgefahren sei?

Der Tower ruft die Maschine nochmals, jedoch kommt im bisher bekannten Mitschnitt keine Rückmeldung. Der Lotse gibt dann eine Meldung an den anfliegenden Verkehr durch, dass eine WB-57 auf der Landebahn verunfallt sei, er bitte weiter nach Süden fliegen soll und der Lotse ihn erneut anfliegen lasse, da die 17R erstmal geschlossen sei.

Die NASA-Besatzung bleibt unverletzt, die Maschine wird beschädigt. Wenn ein eventueller Fehler mit dem Fahrwerk im Vorfeld bekannt gewesen wäre, dann hätte der Flughafen Rettungsfahrzeuge bereitgestellt, was hier nicht der Fall war. Dies erhärtet den Verdacht, dass es entweder ein (unerkanntes) Problem mit dem Fahrwerk, der Anzeige oder doch einen Pilotenfehler gegeben hat. Auch hat der Turm die Maschine nicht darauf hingewiesen, dass das Fahrwerk nicht ausgefahren war.

Was genau in den entscheidenden Sekunden vor sich ging, ist nun Gegenstand der Unfallermittlungen, die bereits angelaufen sind.