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Flughafen Berlin-Brandenburg (Wicker)
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BER-Testlauf: Probeabfertigung im BER-Terminal

BER-Testlauf Probeabfertigung im BER-Terminal

Am 31. Oktober soll der Flughafen Berlin Brandenburg endlich öffnen. Mithilfe von Testpassagieren wurde er vorab auf Herz und Nieren geprüft.

ORAT, "Operational Readiness and Airport Transfer" ("Betriebsbereitschaft und Flughafenumzug") lautet das Kürzel, unter dem der Probebetrieb am Flughafen BER bereits läuft. Über hundert handverlesene Freiwillige rücken an insgesamt 28 Testtagen morgens zu einem Probedienst als Passagier an: Zwei simulierte Abflüge und zwei simulierte Ankünfte absolvieren die Fluggäste zu Testzwecken pro Einsatz.

Schriftlicher Auftrag

Vom Eintreffen am Flughafen über die eigenständige Orientierung auf dessen unterschiedlichen Ebenen bis zum Check-in, zur Gepäckaufgabe und Sicherheitskontrolle und zu den Wegen zum Gate reichen die Aufgaben, die jeder Fluggast per schriftlichem Auftrag für seine Mission zugewiesen bekommt.

Flughafen Berlin Brandenburg/ Wicker
Die Testkoffer mussten nach der „Landung“ an der passenden Gepäckausgabe abgeholt werden.

"Schengen"- oder "Non-Schengen"

Dabei sind nicht nur die Destinationen und Airlines mit Zielen im "Schengen"- oder "Non-Schengen"-Raum (also mit unterschiedlichen Kontrollprozessen), sondern auch zahlreiche Besonderheiten – vom Reisen mit Sperrgepäck (z. B. Surfbrettern), mit Gefahrgut (z. B. Jagdgewehren), mit Rollstühlen oder Reiseziele mit erhöhten Sicherheitsanforderungen (z. B. Israel) – vorgegeben. Wie echte Fluggäste flanieren die Passagiere hinter der Security zum jeweiligen Abfluggate und legen bereits die späteren Wege zurück.

Zusatzterminal T2

Zum Abflug im kargen Nordpier, im späteren Bereich der Niedrigpreisairlines, geht es etwa weit per pedes durch eine schmale Glasbrücke und anschließend durch Treppenhäuser zu den Gates und aufs Vorfeld. Später wird dieser Bereich aus dem Zusatzterminal T2 beschickt, das noch vollendet wird. Im komfortableren Südpier verkürzen dagegen Laufbänder die Wege an die Fluggastbrücken.

BER-"Duty-free"

Im großen BER-"Duty-free"-Supermarkt werden noch die Regale aufgebaut, und die Filialen der einschlägigen Imbissketten haben noch geschlossen.

Flughafen Berlin Brandenburg/ Wicker
Testpassagiere in der BER-Haupthalle. Jeder Fluggast eilt zu einem vorgegebenen Abfluggate.

"Echte" Abfertigungsmitarbeiter

Und auch am Gate parken bisher, statt Jets, Reisebusse, die nach dem "Boarding" binnen Minuten nun als "ankommender Flug" an ein anderes Gate rollen, wo dieselbe Fuhre nun frisch eintreffende Passagiere mit neuen Aufgaben simuliert. "Echte" Abfertigungsmitarbeiter von Flughafen, Airlines und Bodendienstleistern können so aber bereits alle späteren Abläufe realistisch trainieren. Der Sicherheitsbereich zum Vorfeld ist mittlerweile bereits "scharf" und darf nur noch nach einer echten Kontrolle betreten werden.

Schwachstellen eines Großprojekts

Natürlich zeigen solche Tests auch die kleinen Schwachstellen eines Großprojekts. Manchmal fehlen noch ein paar Hinweisschilder oder die Papierkörbe in den Toiletten sind einigen Testern noch zu versteckt angebracht. Genau diese Detaileindrücke fragt die Flughafengesellschaft anschließend gezielt ab, um noch letzte Verbesserungen durchzuführen. Unfreiwillig lösten einige Testpassagiere Mitte Juli sogar Feueralarm aus, als sie in einem Hinterzimmer zur heimlichen Raucherpause ansetzen wollten. Prompt registrierte die Brandmeldeanlage den Zigarettenrauch und gab "echten" Alarm – sie funktioniert also. Am 31. Oktober sollen die ersten Flüge abgefertigt werden. Bis Mitte November soll der BER dann alleiniger Verkehrsflughafen für Berlin und Brandenburg werden.