Das chinesische Unternehmen Shanxi Victory General Aviation beschert dem staatlichen Flugzeugbauer Comac die ersten drei festen Orders für die Löschbomber-Version der C909 (ehemals ARJ21-700). Darüber hinaus sichert sich Shanxi Victory Optionen auf drei weitere Flugzeuge. Das gaben beide Seiten am 3. Februar im Rahmen der diesjährigen Singapore Airshow bekannt. Über das finanzielle Volumen des Geschäfts bewahrten beide Parteien Stillschweigen, auch konkrete Liefertermine wurden nicht genannt.
Die für die Brandbekämpgfung aus der Luft optimierte C909 hatte im Dezember 2025 ihre chinesische Zulassung erhalten. Der zweistrahlige Jet, der seine Triebwerke am Heck trägt, wird für die Löschbomber-Rolle mit einem Wassertank im Rumpf ausgestattet, der bis zu zehn Tonnen Wasser oder Löschmittel fassen kann. Durch eine zentrale Schleuse an der Rumpfunterseite kann der Tankinhalt beim Flug über den Brandherd punktgenau entleert werden.
Zusätzlich zum internen Rumpftank wartet die Feuwerwehr-C909 mit einer 19-sitzigen Kabine auf, die das Flugzeug laut Comac auch für medizinische Evakuierungsflüge nutzbar macht.

Die Comac C909 startete ihre Karriere als ARJ21-700. Im Herbst 2024 wurde sie offiziell umbenannt.
Das ist die Comac C909
Die Comac C909 war der erste maßgeblich in China entwickelte Regionaljet und flog erstmals am 28. November 2008. Das Layout, das entfernt an die Douglas DC-9 und die darauf aufbauende MD-80-Serie erinnert, ist kein Zufall – tatsächlich nutzte Comac für die C909 diverse Komponenten, die McDonnell Douglas für einen geplanten Lizenzbau der MD-90 in China in den Neunzigerjahren nach China gebracht hatte. Der Lizenzbau kam seinerzeit nicht zustande, weil McDonnell Douglas 1997 mit Boeing fusionierte. Im Zuge dessen wurde die MD-90 zunächst zur Boeing 717 und schließlich, zugunsten der 737, komplett eingestellt.

Die C909 (ARJ21) war Chinas erster Regionaljet, besitzt aber das Grunddesign der MD-90 sowie von Antonow aus der Ukraine konzipierte Tragflächen.
Internationale Zulieferer – auch aus den USA
China etablierte in den Folgejahren mit der C909 einen optimierten Entwurf mit eigenen Akzenten (und einem von Antonow entwickelten Flügel mit superkritischem Profil und Winglets), setzt dabei aber auf ein breites Netzwerk internationaler Zulieferer mit hohem US-Anteil. So liefert GE die CF34-Triebwerke, während Flugsteuerungssystem und Avionik von Honeywell und Collins Aerospace kommen. Ebenfalls aus dem Hause Collins stammen die Beleuchtung, das Enteisungssystem, die Sauerstoffversorgung und der Brandschutz. Eaton steuert das Kraftstoffsystem bei, Parker die Hydraulik und die Aktuatoren, Pratt & Whitney Canada Pratt & Whitney Canada die Hilfsgasturbine (APU). Von Liebherr aus Deutschland kommt das Fahrwerk, das Flight Deck samt Sitzen, die Notrutschen sowie außerdem das Wasser- und Abwassersystem wird von Safran aus Frankreich hergestellt. Das österreichisch-chinesische Unternehmen FACC ist für das Kabineninterieur zuständig.

Auf der Airshow China 2024 in Zhuhai zeigte Comac erstmals eine Businessjet-Version der C909.
Spezialversionen der C909
Technisch ist die Comac C909 kein wirklich großer Wurf, als Passagierjet verkauft sie sich auf auf demk einheimischen Markt nicht wirklich gut. Hier liegt der Fokus eher auf der größeren, moderneren C919. Allerdings hat Comac für die C909 seit geraumer Zeit diverse Spezialanwendungen als Absatzfelder entdeckt. So bietet der Staatskonzern den Regionaljet als VIP-Version an, außerdem ab Werk als Frachter, Rettungsflugzeug – und jetzt auch als Löschbomber. "Die Anpassung der C909 für Brandbekämpfungseinsätze beweist die unglaubliche Vielseitigkeit dieser Plattform", erklärte ein Comac-Sprecher anlässlich der Vertragsunterzeichnung in Singapur. "Wir sind stolz darauf, mit Shanxi General Aviation zusammenzuarbeiten und eine Hightech-Lösung anzubieten, die durch fortschrittliche Luftlöschtechnik Gemeinden und natürliche Ressourcen schützt."





