China will EASA-Zulassung für COMAC C919

China will seinen neuen Twin westlich zulassen
EASA-Testpiloten am Steuer der C919

ArtikeldatumVeröffentlicht am 15.01.2026
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COMAC C919 Singapore Airshow Flugvorführung
Foto: Zhang Hui/VCG via Getty Images

Die chinesische Webseite "Fast Technology" berichtete, seit November 2025 habe die europäische Luftfahrtbehörde EASA mit eigenen Testpiloten "Validierungsflüge" mit der COMAC C919 in Schanghai begonnen. Die Flüge würden vom COMAC-Hauptquartier am Drehkreuzflughafen Pudong durchgeführt. Außerdem seien "erfahrene ausländische Piloten", die in China arbeiteten, ergänzend zur Bewertung hinzugezogen worden. Die jüngste Flugtestserie sei Teil eines Kooperationsprojekts zwischen der EASA und der chinesischen Flugzeugbauholding COMAC.

FAA- und EASA-Zulassungen in Aussicht

Laut "Fast Technology" habe der erste Testflug im November außer kleineren Anpassungen keinen großen Änderungsbedarf ergeben. Das vorläufige Fazit der EASA-Piloten laute, dass die C919 "sicher sei und gut funktioniere." Damit könne COMAC ihre Bemühungen, die C919 bei westlichen Zulassungsbehörden akzeptiert zu bekommen, beschleunigen. Im August hatte COMAC-Chefkonstrukteur Zhang Yanzhong im chinesischen Staatsfernsehen erklärt, die C919 sei nach den Lufttüchtigkeitsstandards der USA und Europas konstruiert. Damit kann der Flugzeughersteller im Rahmen von Anerkennungsabkommen mit den USA und Europa seine chinesische Zulassung auch bei den Partnerbehörden beantragen.

Gesamte Produktions-Infrastruktur wird geprüft

Die Zulassung nach westlichen Maßstäben erfordert weitreichende Standardisierungen und Zertifizierungen aller Materialien, Komponenten und Arbeitsschritte. Nur wenn diese Bedingungen, insbesondere auch bei allen Zulieferern, erfüllt sind, diese Forderungen gelten auch für alle westlichen Hersteller, kann das Flugzeug zugelassen werden. China hatte bei seiner C909, zuvor ARJ-21, versucht, durch die Nutzung von Elementen der MD-80-Familie die Übereinstimmung mit westlichen Bauvorschriften zu erreichen. Dieser kleinere Zweistrahler mit T-Leitwerk hatte einen neu konstruierten Flügel von Antonow erhalten und erfüllte schließlich die westlichen Anforderungen nicht mehr. China hatte dessen westliche Zulassung schließlich aufgegeben.

Gute Erfahrungen aus Tianjin

Die jüngere C919 vermied diese Fehler und wurde von Anfang an auf westliche Konstruktionsstandards ausgelegt. China baut seit Jahren, gemeinsam mit Airbus, in Tianjin erfolgreich Flugzeuge der A320-Familie nach komplett westlichen Maßstäben und Verfahren. Diese chinesischen Airbusse erhalten ihre Flügel von chinesischen Werken. Die Flugzeuge entsprechen bis ins Detail den in Europa endmontierten Schwesterflugzeugen und erhalten von Airbus gegenüber den Kunden eine uneingeschränkte Airbus-Garantie.

Wird China neuer Global Player im Flugzeugbau?

China gilt bei den großen westlichen Flugzeugherstellern schon seit Jahren als kommende, künftige Flugzeugbau-Nation für Verkehrsflugzeuge. Neben dem technologischen Fortschritt Chinas spielt dabei auch dessen riesiger Flug-Inlandsmarkt eine große Rolle. Ein Wachstum in Exportmärkte würde China neue Einnahmequellen verschaffen. Schwachpunkt für Chinas Flugzeugbaupläne ist bisher noch der Triebwerksbau. Hier ist das Land oft noch auf ausländische Triebwerke angewiesen. Partnerschaften mit Russland, wie bei dem abgesagten Zweistrahler CRAIC CR929 in A330-Größe, erwiesen sich als schwierig. Der Großraum-Zweistrahler, den China als nationales Projekt fortsetzen möchte, sollte russische PD-35-Mantelstomtriebwerke verwenden. Die C919 nutzt moderne, westliche LEAP-1C-Triebwerke von CFM International.

C919 steht in China im Einsatz

Die C919 wurde 2007 als Programm gestartet, flog erstmals 2017 und erhielt 2022 ihre chinesische Zulassung. Die bisherige Flotte war, laut "Fast Technology" 40.000 Flugstunden in der Luft. China hat 160 Piloten für den neuen Twin qualifiziert, davon 70 Fluglehrer. Die Produktionsrate fällt bisher auffällig niedrig aus. Während der Bau von 50 bis 75 Flugzeugen im Jahr geplant sein soll, wurden nach inoffiziellen Angaben 2025 nur 15 Flugzeuge fertig.