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Patrick Zwerger
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China meldet den Baubeginn für die erste CR929.

Chinesisch-Russischer-Großraumtwin Teileproduktion für erste CR929 läuft an

Mit dem neu entwickelten Zweistrahler CR929 wollen China und Russland der Boeing 787 und dem Airbus A350 einen modernen Konkurrenten mit hohem Verbundwerkstoffanteil entgegensetzen. Der Bau des ersten Flugzeugs habe bereits begonnen, melden chinesische Medien.

Die chinesische Parteizeitung "Jiefang Daily" aus Schanghai meldete, der Bau der ersten CR929 habe begonnen. Laut russischen und chinesischen Angaben ist der Erstflug bisher noch für das Jahr 2023 vorgesehen. Ob sich das tatsächlich realisieren lässt, wird sich zeigen.

China und Russland haben sich für den Großraumtwin in dem neuen Joint Venture "CRAIC" zusammengeschlossen, um zu versuchen, ein mit Boeing 787 und Airbus A350 konkurrenzfähiges Produkt auf den Markt zu bringen. Chinesische Quellen sprechen von Programmkosten in Höhe von 50 Milliarden Dollar. Erhofft wird der Absatz von bis zu 1000 Flugzeugen oder die Eroberung von "einem Drittel des Weltmarktes". Auf chinesischer Seite ist COMAC, auf russischer Seite UAC Hauptpartner.

Die 63,3 Meter lange CR929 mit 61,2 Metern Spannweite soll etwa die maximale Startmasse einer Boeing 787 aufweisen und 12000 Kilometer Reichweite erzielen. Bis zu 440 Passagiere können bei Maximalbestuhlung befördert werden und um die 280 in der Langstreckenkonfiguration. Die Cockpitavionik soll bei Thales und Honeywell eingekauft werden, dagegen will China die elektronische Flugsteuerung selber entwickeln.

Zeitplan hängt an den Triebwerken

Mit einem Verbundwerkstoffanteil von über 50 Prozent soll die CR929 mindestens das Niveau der A350 erreichen und anteilig die Boeing 787 übertreffen. China will den CFK-Rumpf und das Leitwerk beisteuern, Russland den Kohlefaser-Flügel. Bei den Triebwerken sollen entweder westliche Trent 7000 oder Trent XWB von Rolls Royce, oder russische Perm PD-35, stärkere Weiterentwicklungen des Perm PD-14 mit "35 Tonnen" Schub verwendet werden.

Von schnellen Entscheidungen in der Triebwerksfrage dürfte es abhängen, wie schnell sich ein Erstflug des ehrgeizigen Projekts realisieren lässt. China soll mit dem AVIC CJ-2000, das auf dem AVIC CJ-1000A basiert, ebenfalls eine Antriebsvariante vorbereiten.

China profitiert von Russlands Wissen bei Flügeln und Antrieben

Westliche Beobachter rechnen seit längerer Zeit damit, dass China zum eigenen Hersteller von Verkehrsflugzeugen wird. Alleine der chinesische Inlandsmarkt bietet hierzu das nötige Absatzgebiet. Russland hatte ursprünglich nur eine zur Boeing 767 und 777 ebenbürtige Nachfolgegeneration für seine Iljuschin Il-96 bauen wollen, hat sich bei der CR929 nun aber zur Teilnahme an einem wesentlich ehrgeizigeren und teureren Programm entschieden. Für China dürfte an der russischen Beteiligung das russische Wissen beim Design großer CFK-Flügel entscheidend sein und das russische Know-How im Bereich großer Mantelstromtriebwerke.