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NASA-Überschallprojekt QueSST: Windkanaltest bis Mach 1.6

Concorde-Nachfolger mit vermindertem Überschallknall NASA-Überschallprojekt QueSST: Windkanaltest bis Mach 1.6

Rund 70 Jahre nach dem ersten Überschallflug der Bell X-1 gewinnt das Thema Concorde-Nachfolger wieder an Fahrt: Das bei Lockheed Martin entworfene Modell eines künftigen, "leisen" Überschall-Verkehrsflugzeugs QueSST hat im Windkanal der NASA in Cleveland Tests aufgenommen.

Das im Glenn Research Center in Cleveland getestete QueSST-Modell sei der Konzeptentwurf für ein künftiges NASA-Testflugzeug, teilte die Forschungsbehörde mit. Das Modell habe neun Prozent der Größe des späteren, sehr wahrscheinlich bemannt fliegenden "X-Planes", meldete die NASA. In den nächsten acht Wochen werde QueSST bei Geschwindigkeiten von Mach 0.3 bis Mach 1.6 vermessen. Dabei gehe es um die Beurteilung der Aerodynamik und um Aspekte des Antriebssystems. 

"Wir messen den Auftrieb, den Widerstand und die sonstigen Kräfte am Modell bei unterschiedlichen Anstellwinkeln. Damit wollen wir bestätigen, dass es sich wie errechnet verhält und, dass die angesaugte Luft unter allen Betriebsbedingungen ungestört ins Triebwerk gelangt", sagte Testingenieur Ray Castner.

Die NASA hält QueSST für einen Vorläufer künftiger Überschall-Verkehrsflugzeuge, die wegen niedrigerer Lärmabstrahlung "in nicht all zu ferner Zukunft" (NASA) auch über Land fliegen dürfen. Durch seine spezielle Formgebung mit einer keulenartig verlängerten Nase soll das "Quiet Supersonic Aircraft" (leises Überschallflugzeug), die Abkürzung "QueSST" spielt auch auf das Wort "Quest" an (Suche, Mission), die entstehende Überschall-Schockwelle nicht mehr mit dem charakteristischen, scharfen Doppelknall an die überflogene Erdoberfläche abstrahlen.

Nach Hoffnung der NASA kann man den Knall so dämpfen, dass er sich auf der Erde nur noch wie ein "Herzschlag" anhört und dort in den normalen Umgebungsgeräuschen untergeht. Die NASA will diesen Effekt mit Testflügen validieren und danach die erhoffte positive Meinung der Öffentlichkeit einholen. Erst hiernach könnte die Gesetzgebung in den USA geändert werden, die bisher jegliche zivile Überschallflüge über Land verbietet.

Lockheed Martin in Palmdale hatte im Februar 2016 einen Entwicklungsauftrag des Langley Research Centers der NASA erhalten, für 20 Mio. Dollar binnen 17 Monaten im legendären Firmen-Forschungszentrum "Skunk Works" den vorläufigen Demonstrator zu entwickeln. Unterauftragnehmer sind GE Aviation aus Cincinnati und Tri Models Inc. aus Huntington Beach in Los Angeles.

So könnte der einsitzige, fliegende Demonstrator eines wesentlich leiseren Überschall-Verkehrsflugzeugs einmal aussehen, den die NASA unter dem Projektnamen QueSST bei Lockheed Martin entwickeln lässt. Foto und Copyright: NASA

Bis Mitte 2017 wird sich die endgültige Form herausschälen, so dass, sofern die Finanzierung steht, ein weiterreichender Vertrag für die Konstruktion, Herstellung und Erprobung eines fliegenden Demonstrators erteilt werden könnte. Die Flugtestkampagne könnte etwa 2020 beginnen. Weitere NASA-Projekte sind danach im Rahmen der  Initiative "New Aviation Horizons- NAH" (Neue Luftfahrthorizonte) geplant.

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