Laut Polizeidirektion Leipzig war am Mittwoch gegen 23.40 Uhr ein unbekanntes Objekt am Flughafen gesichtet worden. Dieser "sicherheitsrelevante Vorfall" habe zur Einstellung des Flugbetriebs geführt. Mehrere Flüge, unter anderem ein Passagierflugzeug, seien an andere Flughäfen umgeleitet worden. Nach Informationen der FLUG REVUE war darunter ein Marabu-Flug aus Palma, der nach Nürnberg auswich.
Zudem sei, laut Polizei, "ein Objekt" im Bereich der Südpiste (auf unserem Archivbild rechts) festgestellt worden, welches zunächst durch die Bundespolizei begutachtet worden sei. In diesem Rahmen sei auch ein Sprengstoffroboter eingesetzt worden.
Südbahn noch gesperrt
Der Flugbetrieb im Nordbereich habe um 1.55 Uhr wieder aufgenommen werden können, die Südpiste sei noch gesperrt. Die Landespolizei Sachsen habe die Ermittlungen zum Sachverhalt, in Zusammenarbeit mit der Bundespolizei, aufgenommen.
Steht Russland dahinter?
Leipzig/Halle ist ein wichtiger Frachtflughafen und wird auch von ukrainischen Transportflugzeugen angesteuert. Am 20. Juli 2024 hatte am Flughafen ein Brandsatz in einem Frachtpaket gezündet, das nur wegen einer Flugverspätung am Boden und nicht, wie geplant, im Flug brannte. Der mit professionellen Mitteln ausgeführte Anschlag und ähnliche Sabotage-Aktionen werden von den Sicherheitsbehörden in Deutschland, Polen, Großbritannien und Litauen dem Umfeld des russischen Militärgeheimdienstes GRU zugeordnet. In diesem Zusammenhang gab es bereits mehrere Festnahmen, darunter sitzt ein angeblicher GRU-Planer seit Ende 2024 in Polen in Haft.
UPDATE:
Die Bild-Zeitung veröffentlichte Fotos der "Quadcopter"-Drohne, an der ein Zünder und ein Sprengstoffpaket befestigt sind. Die Drohne wurde unmittelbar neben einer in Leipzig parkenden, ukrainischen An-124 entdeckt. Laut Bild-Zeitung habe eine Polizeiuntersuchung bestätigt, dass es sich um Sprengstoff handele. Der Zünder sei beschädigt, deswegen sei der Sprengsatz nicht explodiert. Er werde nun kriminaltechnisch untersucht.
Außerdem sei ein Flugzeug in der Nacht nahe Leipzig in niedriger Höhe mit einem Gegenstand, möglicherweise einer Drohne, kollidiert und habe leichte Beschädigungen erlitten. Dieser Flug sei nach Hannover ausgewichen und dort wohlbehalten gelandet. Die Polizei ermittele dort ebenfalls.





