Am Sonntag hätten sich beide Seiten im fünften Anlauf auf einen Kaufpreis in Höhe von über sechs Milliarden Euro verständigt, meldeten easyJet und Castlelake. Seit dem Frühjahr hatte der US-Investor Übernahmeangebote für die britische Niedrigpreisfluggesellschaft unterbreitet, die easyJet zunächst zurückgewiesen hatte.
Verkauf dürfte sich noch hinziehen
Neben der kartellrechtlichen Freigabe müssen nun auch die easyJet-Aufsichtsgremien einem Castlelake-Einstieg zustimmen. Als US-Firma dürfte die Investmentgruppe in der EU keine Mehrheit an der Airline übernehmen. Damit müssten für 51 Prozent der Anteile weitere Investoren aus Europa gefunden werden. Mit ihrem dichten Europanetz könnte easyJet auch als Zubringer für Investoren mit eigenen Langstreckenflüge nützlich sein. Das jetzige Angebot gilt bis zum 3. August.
Begehrte Slots, junge neos und brummendes Ferienfluggeschäft
easyJet bedient ein dichtes Europanetz mit kostbaren Landerechten in London-Gatwick, wo sie fast die Hälfte des Aufkommens abfertigt, Paris (CDG), Mailand-Linate und Genf. Außerdem hatte sie früh eine Flottenmodernisierung und Kapazitätserweiterung mit der wirtschaftlichen A320neo eingeleitet und erfolgreich das Ferienreisegeschäft mit einer eigenen Tochter ausgebaut. Der Verkehr in England läuft gut, dagegen ist das Europageschäft, darunter ab Berlin-Brandenburg, nach einer starken Startphase Anfangs des Jahrtausends, wieder deutlich abgebröckelt.
Mittelständler mit Milliardenwert
Die seit 2000 an der Börse notierte easyJet wurde von einer griechischen Reederfamilie gegründet. Noch heute hält Gründer Stelios Haji-Ioannou eine Beteiligung von 15,3 Prozent. easyjet betreibt 350 Flugzeuge, die 1200 Routen in 35 Staaten bedienen. Das Unternehmen beschäftigt 19.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.





