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Zweiter Flug für die Il-114-300 - aus Pilotensicht

Einblicke ins Cockpit Zweiter Flug für die Iljuschin Il-114-300

Russlands neuer Turboprop-Airliner, die Iljuschin Il-114-300 startete gestern in Schukowski mit einem fast dreistündigen Testflug ins neue Jahr. Es war der insgesamt zweite Flug der Il-114-300. Erstmals gewährte Hersteller Iljuschin dabei auch Einblicke ins Cockpit.

Die Verantwortlichen des Il-114-Programms haben sich viel vorgenommen. Ihr Flugzeug, das im Dezember 2020 erstmals abhob, soll im neuen Jahr voll durchstarten und intensiv in die Erprobung einsteigen. Schließlich gilt es, das selbstgesteckte Ziel zu halten, das für 2022 die Zulassung der Il-114-300 und den Eintritt in den Liniendienst vorsieht. Dass das machbar ist, daran hat Iljuschin-Chefdesigner Sergej Ganin keinen Zweifel: "Wir werden die Intensität der Flüge erhöhen, um die vorgegebene Dynamik und die Fristen des Flug- und Zertifizierungstestprogramms einzuhalten", erklärte Ganin in einer Pressemitteilung des Staatskonzerns Rostec, zu dem Iljuschin gehört.

Hoffnungsträger: Die Iljuschin Il-114-300

UAC
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Zwei Stunden und 47 Minuten

Den ersten Schritt dazu hat die Il-114-300 am gestrigen Dienstag hinter sich gebracht: Von Schukowski aus startete der Prototyp zum ersten Testflug des neuen Jahres. Der dauerte zwei Stunden und 47 Minmuten, führte die Zweimot allerdings noch lange nicht an der Rand ihrer Möglichkeiten: Lediglich 290 km/h erreichte die Il-114-300 im Flug laut Hersteller, die erflogene Höhe betrug 2.000 Meter. Das Fahrwerk blieb die ganze Zeit über ausgefahren. Die Piloten, Nikolai Kuimow und Dimitrij Komarow, prüften zusammen mit Testingenieur Oleg Grijazew sämtliche Systeme der Maschine und konnten die Mission schließlich ohne besondere Vorkommnisse beenden.

Iljuschin / Rostec
Die Flugzeit am 19. Januar betrug zwei Stunden und 47 Minuten. Das Fahrwerk ließ die Crew ausgefahren.

Dieselbe Crew wie beim Erstflug

Alle drei Crew-Mitglieder waren auch schon beim Erstflug der Il-114-300 am 16. Dezember 2020 an Bord gewesen. Dieses Mal allerdings konnten Außenstehende den erfahrenen Testpiloten bei der Arbeit zuschauen – wenigstens ausschnittsweise: Im Cockpit angebrachte Kameras zeichneten den Testflug auf, und gaben damit erstmals den Blick ins Cockpit der Il-114-300 frei, in dem die Avionik-Suite ZPNK-114M2 des russischen Herstellers Kret arbeitet. Auch die Sechsblattpropeller aus Verbundwerkstoff, die der Il-114-300 einen angenehm leisen Klang verleihen sollen, sind in dem nachträglich zusammengeschnittenen Rostec-Video im Detail zu sehen.

Iljuschin / UAC
Der zweite Prototyp der Il-114-300 befindet sich in der Endmontage. Er soll 2021 abheben.

"So schnell wie möglich auf den Markt bringen"

Anatoli Serdjukow, Direktor der Luftfahrtabteilung von Rostec, sprach im Nachgang über die Ziele des Testfluges. Man habe "die Stabilität und Steuerbarkeit des Flugzeugs" sowie "die Funktionsfähigkeit insbesondere der Triebwerke, des digitalen Flug- und Navigationskomplexes und des Kommunikationssystems" überprüft, so Serdjukow. Sein Fazit: "Alle Systeme haben einwandfrei funktioniert." Gute Aussichten also für die weitere Flugerprobung der Il-114-300, zu der Mitte des Jahres auch der zweite Prototyp stoßen soll. Zeit zu verlieren gibt es keine: "Die Il-114-300 kann die Grundlage für die Entwicklung des interregionalen Verkehrs werden", unterstreicht Serdjukow. "Unsere Aufgabe ist es, sie so schnell wie möglich auf den Markt zu bringen."

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