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James D Morgan/Qantas

Erster Qantas-Testflug absolviert

New York - Sydney in 19 Stunden und 16 Minuten

Qantas hat am Wochenende den weltweit längsten Nonstop-Passagierflug getestet: Flug QF 7879 von New York nach Sydney markierte den ersten von drei Flügen, den die Australier zu Forschungszwecken angesetzt haben – und an deren Ende die Aufnahme kommerzieller Linienflüge stehen soll.

Es war der erste Direktflug einer kommerziellen Airline von New York nach Sydney – auch wenn kein zahlendes Publikum mit an Bord war. Stattdessen durften sich die 49 Passagiere und Besatzungsmitglieder der brandneuen Qantas-Boeing 787-9 während der 19 Stunden und 16 Minuten dauernden Reise einer Reihe von Experimenten unterziehen. So möchte Qantas feststellen, wie sich die lange Flugdauer auf Körper und Geist der Insassen auswirkt. Sind die Ergebnisse positiv, könnten ab 2022, spätestens jedoch 2023, regelmäßige Nonstopflüge zwischen den beiden Metropolen folgen – sofern bis dahin ein passendes Flugzeug zur Verfügung steht. Die Distanz, die es dabei – möglichst wirtschaftlich – zu bewältigen gilt, beträgt 16200 Kilometer. Bislang bedient Qantas die Strecke New York – Sydney mit einem Zwischenstopp in Los Angeles.

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"Kookaburra" lautet der Name des Qantas-Dreamliners, der den ersten Nonstopflug von New York nach Sydney absolvierte.

101 Tonnen Treibstoff für 16200 Kilometer

Für den Premierenflug war der Dreamliner VH-ZNI mit dem Namen „Kookaburra“ auserwählt worden. Mit der maximal möglichen Treibstoffmenge von 101 Tonnen machte sich die Maschine am Samstagabend um 21:27 Uhr Ortszeit vom „Big Apple“ auf den Weg nach Sydney. Der Treibstoff machte dabei fast die Hälfte des Startgewichts von 233 Tonnen aus. Nach dem Take-off ging es für „Kookaburra“ zunächst auf eine Reiseflughöhe von 36000 Fuß (11000 Meter), bevor schließlich im späteren Verlauf – mit deutlich leereren Tanks – 40000 Fuß (12200 Meter) erreicht wurden. Die Reisegeschwindigkeit betrug im Schnitt 930 km/h (Mach 0,85).

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Während des Fluges wurden die Gehirnströme der Piloten überwacht. Die Ergebnisse sollen Aufschluss darüber geben, wie sich die lange Flugdauer auf den Geisteszustand der Crew auswirken.

Sportübungen und würziges Essen

Während sich im Cockpit unterwegs vier Piloten die Arbeit teilten, konnten sich die Test-Passagiere, darunter auch Qantas-Chef Alan Joyce, in der Kabine unter anderem mit gemeinsamen Sportübungen fithalten. Die ersten sechs Stunden des Fluges waren sie gebeten worden, nicht zu schlafen, um die Auswirkungen des Jetlag so gering wie möglich zu halten. Alle Insassen wurden regelmäßigen Tests und Experimenten unterzogen, die Qantas Aufschluss über das Wohlbefinden an Bord ultralanger Flüge geben sollen. So überwachte man unter anderem die Gehirnströme der Piloten, die Ausschüttung des Schlafhormons Melatonin sowie die Reaktionsfähigkeit. In der zunächst taghell erleuchteten Kabine – der Ablauf an Bord richtete sich nach der Uhrzeit am Zielort Sydney – erhielten die Gäste zunächst würziges Esssen. Später, bei gedimmtem Licht, habe es eine kohlenhydratreiche Mahlzeit gegeben, berichtet Qantas. Anschließend habe man an Bord Nacht simuliert, um auf die morgendliche Ankunft an Australiens Ostküste vorzubereiten. Alkohol war während der gesamten Reise tabu. Um 7:42 Uhr Ortszeit setzte „Kookaburra“ schließlich sicher in Sydney auf.

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Drei Stunden schneller als bisher

Die mit dem Projekt vertrauten Vertreter der Airline zeigten sich mit dem Verlauf der Reise zufrieden. Qantas-Kapitän Sean Golding, der an Bord das Kommendo innehatte, sagte: „Der Flug verlief wirklich reibungslos. Der Gegenwind nahm über Nacht zu, was uns zunächst verlangsamte, aber das war Teil unserer Szenarioplanung. Insgesamt sind wir sehr zufrieden mit dem Verlauf des Fluges und es ist großartig, einige der Daten zu haben, die uns die Frage beantworten, ob daraus ein regulärer Dienst wird.“ Auch Qantas-Chef Joyce stimmte das am eigenen Leib Erlebte hoffnungsfroh. Er hob bei seinem Urteil vor allem auf den Zeitvorteil ab, den eine Nonstopverbindung mit sich brächte: „Unser regulärer One-Stop-Service von New York nach Sydney (QF12) startete drei Stunden vor unserem Direktflug, aber wir kamen ein paar Minuten vorher Ziel an. Das bedeutet, dass wir eine beträchtliche Menge an Gesamtreisezeit gespart haben, weil wir eben nicht zwischenlanden mussten.“

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Morgens um 7:42 Uhr Ortszeit setzte Flug QF 7879 auf dem Kingsford Smith Airport in Sydney auf - nach über 19 Stunden Flugzeit.

Noch zwei weitere Testflüge geplant

Noch zweimal werden in den nächsten Wochen Qantas-Dreamliner testweise auf die Ultralangstrecke geschickt: Im November möchten die Australier die noch einmal 2000 Kilometer weitere Route von London nach Sydney ausprobieren, im Dezember ist ein weiterer New York-Flug angesetzt. Eine Entscheidung zum Projekt Sunrise wird bis Ende des Jahres erwartet.

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