Mit der Boeing 737 MAX 10 dürfte bald das letzte große Sorgenkind der MAX-Familie grünes Licht erhalten. Wie die Nachrichtenagentur Reuters unter Berufung auf informierte Kreise meldet, will US-Verkehrsminister Sean Duffy die Zulassung durch die Luftfahrtbehörde FAA noch heute bei einem Auftritt in Boeings Werk in Everett verkünden. Eine offizielle Bestätigung lag zunächst nicht vor.
Ein Jahrzehnt der Rückschläge
Nach den beiden tödlichen Abstürzen der MAX 8 in den Jahren 2018 und 2019 gelten für Boeing deutlich strengere Zulassungsregeln. Eigentlich sollten die ersten MAX 10 schon 2020 ausgeliefert werden.
Probleme mit der Triebwerks-Enteisung bremsten das Projekt zusätzlich, ebenso die verschärfte Aufsicht über Boeings Fertigung nach dem Rumpfteil-Verlust an einer Alaska-Airlines-Maschine im Januar 2024. Im August hatte die FAA bereits die kleinere MAX 7 freigegeben, nach mehr als acht Jahren Prüfung.
Zuletzt sorgte laut Reuters ein Fehler im Navigations-Update der MAX-Reihe für Unruhe, den Boeing Ende September einräumte. Die FAA sah darin kein Sicherheitsrisiko und verlangte keine Korrektur als Bedingung für die Zulassung.
Vergangenen Freitag hatte zudem ein internes Gremium der Behörde den Fall abschließend beraten.
Verschiedene Airlines haben von der MAX 10 knapp 1.500 Exemplare bestellt, rund 30 Prozent des offenen 737-Auftragsbestands. Einige fertige Maschinen warten bereits auf ihre Übergabe. Besonders die US-Fluggesellschaften United, Delta, American, Alaska und auch die europäische Ryanair setzen für ihr Wachstum auf die Variante mit mehr Sitzplätzen.
Auch 777-9 liegt hinter dem Zeitplan
Auch nach der MAX 10 bleibt für Boeing zu tun. Die Langstreckenmaschine 777-9 liegt etwa sechs Jahre hinter dem Zeitplan; Boeing peilt Zulassung und erste Auslieferungen für 2027 an. Duffy hatte sich in der vergangenen Woche mit Spitzenmanagern der Branche getroffen, um über Verbesserungen im Zulassungsprozess zu sprechen.





