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Cathay Pacific 747-8f air to air
Melissa Hurd
 747-8 First Flight Everett WA
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Die letzten vier gebauten 747 gehen an Atlas Air

Jumbo-Order Die vier allerletzten 747 gehen an Atlas Air

Atlas Air Worldwide hat bei Boeing vier neue 747-Frachter bestellt. Der Cargo Carrier aus den USA wird damit 2022 die letzten Jumbo Jets erhalten, die im Boeing-Werk Everett aus der Halle rollen. Dabei profitiert Atlas von der Stornierung anderer 747-Aufträge.

Der Deckel ist längst drauf: 2022 wird Boeing die Produktion der legendären 747 ein für alle Mal einstellen – nach mehr als fünf Jahrzehnten. In der Fabrik von Zulieferer Triumph in Hawthorne, wo seit den 60er-Jahren Rumpfteile für mehr als 1.500 Jumbo Jets entstanden, gingen bereits Ende 2019 die Lichter aus. Zwar produzierte Triumph noch einige 747-Rümpfe vor, um den Backlog im Boeing-Auftragsbuch zu befriedigen – doch danach war endgültig Schluss.

UPS
Mit137,7 Tonnen Nutzlast bietet die 747-8F ihren Kunden 20 % mehr Kapazität und verbraucht dabei 16 % weniger Treibstoff als die ältere 747-400F.

Letzte Order für die 747

Fast überraschend wirkt es daher, dass Boeing heute eine neue Order für sein einstiges Flaggschiff bekanntgab. Die Frachtfluglinie Atlas Air Worldwide hat beim Hersteller aus Seattle vier neue 747-8F bestellt, die allesamt 2022 ausgeliefert werden sollen. Klar ist: Diese vier Maschinen werden endgültig die letzten Jumbo Jets sein, die Boeing baut. Nur: Wo kommen sie her?

 747-8 First Flight Everett WA
Boeing
Die Boeing 747-8 ist ein Auslaufmodell. Trotz steigender Frachtnachfrage wird es nach 2022 definitiv keine neuen Jumbo Jets mehr geben.

Stornierte Aufträge

Wahrscheinlich ist folgendes: Im Frühjahr 2020 hatte Boeing für die 747 noch 16 unerfüllte Aufträge in der Liste. Zwölf davon gingen auf das Konto des Paketriesen UPS, vier Jumbo-Frachter waren für die russische Volga Dnepr bestimmt. Der Deal mit den Russen platzte allerdings, weshalb Boeing eine der vier 747 aus der Volga-Dnepr-Order auf UPS umschrieb. Das Schicksal der drei anderen Flugzeuge blieb vorerst unklar – es hieß sogar, Boeing würde sie womöglich gar nicht erst fertigbauen. Laut Bestellübersicht vom Mai 2020 stornierte UPS außerdem eine eigene Order als Ausgleich für die ursprünglich Volga-Dnepr zugedachte Maschine. Blieben in Summe also vier 747, für die es zwar Rumpfteile gab, aber keinen Abnehmer.

Atlas Air
Atlas Air Worldwide ist mit aktuell 53 Jumbo Jets der größte 747-Betreiber der Welt. Die Jumbo-Flotte von Atlas setzt sich aus 747-400 (Foto) und 747-8 zusammen.

Größter 747-Nutzer

Den hat Boeing mit Atlas Air Worldwide nun offenbar gefunden. Die Bestellung ermögliche es Atlas Air, die operativen Vorteile des 747-8-Frachters zu nutzen, um die wachsende Frachtnachfrage rund um den Globus zu bedienen, erklärte der Flugzeugbauer am heutigen Dienstag. Mit aktuell 53 Jumbo Jets in der Flotte ist Atlas Air bereits jetzt der weltgröße 747-Betreiber. Für Airline-Chef John W. Dietrich ist insbesondere die modernste Version 747-8F "das beste und vielseitigste Großraumfrachtflugzeug auf dem Markt." Er freue sich deshalb sehr, "unsere Flotte mit dem Erwerb dieser vier Flugzeuge zu verstärken".