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Rumpffabrik geschlossen

Endgültiges Aus für die Boeing 747?

Die Boeing 747 ist für Viele die Ikone der Luftfahrt schlechthin. Doch nach über 50 Jahren am Himmel sinkt ihr Stern rasant. Zwar wird sie immer noch gebaut, allerdings nur als Frachter. Die Schließung einer kalifornischen Fabrik könnte nun ein für alle Mal ihr Ende besiegeln.

Seit den 60er-Jahren werden in der Jack Northrop Avenue in Hawthorne Rumpfteile für die Boeing 747 gebaut. Als Pan Am 1966 den Startauftrag für den wegweisenden Großraumjet erteilte, nahm Boeing die dort ansässige Triumph Group als Zulieferer für Rumpfteile unter Vertrag. Seitdem war Triumph am Bau jedes einzelnen der über 1500 Jumbo Jets maßgeblich beteiligt. Doch nun trennen sich die Wege: Nach jahrelangen Verlusten stellte Triumph die Arbeiten an der 747 endgültig ein. Ein Zurück wird es laut einem Bericht der Agentur Bloomberg definitiv nicht geben: Die Fabrik in Hawthorne wird aufgelöst und in Einzelteilen versteigert. Die komplette Einrichtung kommt dabei unter den Hammer – von der 5-Dollar-Bandsäge bis hin zur automatischen Nietenpresse. Startgebot hierfür: 100000 Dollar.

UPS
18 Boeing 747-8 stehen noch im Auftragsbuch. 14 davon erhält Frachtriese UPS. Die anderen vier, ebenfalls Frachter, gehen an Volga Dnepr UK.

Ein halber Jumbo Jet im Monat

Für Boeing stellt sich mit der Fabrik-Auflösung in Hawthorne hinsichtlich des 747-Programms eine zenrale Frage: Rentiert es sich, die Produktion des Flugzeugs weiter aufrechtzuhalten und künftig die 52 Meter langen Rumpfteile selbst zu bauen? 18 Exemplare der aktuellen Version 747-8 stehen noch im Backlog des Herstellers aus Seattle – allesamt Frachter, vier für Volga Dnepr UK, 14 für UPS. Um mit diesem Auftragsbestand die Produktionslinie für die nächsten drei Jahre am Laufen zu halten, hat Boeing die Fertigungsrate auf 0,5 Jumbo Jets pro Monat gedrosselt – auch, um damit ein Zeitfenster für mögliche weitere Bestellungen zu schaffen. Für Triumph lohnte sich dieser geringe Ausstoß längst nicht mehr, die Schließung der Fabrik kam wenig überraschend. Doch auch bei Boeing scheint man sich insgeheim auf das Ende der 747-Produktion eingestellt zu haben. Immerhin prüfte der Hersteller laut Bloomberg schon 2016 eine Übernahme des Triumph-Werkes in Hawthorne – und verwarf diese Idee schließlich wieder. Aus wirtschaftlichen Gründen, wie es heißt.

Erstflug 1969: 50 Jahre Boeing 747

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Boeing: „Bauen die 747-8 weiterhin“

Die noch verbliebenen Jumbo-Kunden UPS und Volga Dnepr UK müssen sich um die Auslieferung ihrer Flugzeuge jedoch keine Sorgen machen: Für alle bestellten 747-8 hat die Triumph Group noch Rümpfe vorproduziert, bevor in der Jack Northrop Avenue das Licht ausging. Was darüber hinaus passiert, darauf möchte sich auch Boeing noch nicht festlegen: „Wir bauen weiterhin 747-8, um den derzeitigen Auftragsbestand zu erfüllen, und werden die richtigen Entscheidungen treffen, um die Produktionslinie in Schuss zu halten“, zitiert Bloomberg aus einer E-Mail von Boeing-Sprecher Paul Bergman. Die Slots für die nächsten Jahre seien ausgebucht, daher arbeite man eng mit den Lieferanten zusammen, um bestehende Kundenverpflichtungen zu erfüllen. Ob man anschließend neue Verpflichtungen eingehen will, sagte Bergman nicht.

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