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Patrick Zwerger
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Nach wartungsbedingter Pause

Antonow An-22 ist bereit zu neuen Taten

Antonov Airlines' An-22 ist zurück: Nach über einem Jahr Zwangspause startete das größte Turbopropflugzeug der Welt am 27. Oktober zu einer neuen Mission. Im Auftrag der spanischen Regierung ging es von Madrid über Larnaca nach Bagdad – und wieder retour.

Am 19. Oktober 2018 war die „Antei“ letztmals mit Frachtgut in der Luft gewesen. Danach verschwand die einzige zivil registrierte An-22, Kennzeichen UR-09307, bei Antonow im Hangar zur Wartung. Seitdem war es still um den Transport-Giganten. So still, dass mancher Beobachter schon das Ende der Maschine für gekommen hielt, die 2016 nach langer Standzeit wieder in den aktiven Dienst getreten war. Am 23. Oktober jedoch, über ein Jahr nach ihrem letzten Flug, strafte Betreiber Antonov Airlines alle Schwarzmaler Lügen: Über die sozialen Medien streuten die Ukrainer ein Video, das die „Antei“ auf dem Flugplatz „Antonov 1“ in Swjatoschyn bei Rolltests zeigte. Kurz darauf dann die Überführung zum nahegelegenen Antonov Airlines-Hub Gostomel, von wo die die An-22 anschließend zu einem Testflug aufbrach: Für 13 Minuten erhob sich die UR-09307 in die Luft, drehte nordwestlich von Kiew eine kurze Runde und landete sicher wieder in Gostomel.

Antonov Airlines
Im Auftrag der spanischen Regierung flog die An-22 bei ihrer ersten Mission nach der Wartung Cougar-Hubschrauber in den Irak.

Für die spanische Armee von Madrid nach Bagdad

Der kurze Testflug war offenbar sehr erfolgreich: Ohne eine Wiederholung machte sich die An-22 vier Tage später auf nach Madrid zum Flughafen Torrejón. Dort war die „Antei“ von ASV Spain gebucht worden, dem Logistikdienstleister des spanischen Verteidigungsministeriums. In dessen Auftrag flogen die Ukrainer von Torrejón nach Bagdad und zurück – jeweils mit Zwischenstopp auf Zypern, mit Cougar-Hubschraubern der spanischen Armee und Ersatzteilen im Frachtraum. „Wir freuen uns, Ihnen mitteilen zu können, dass die AN-22 nach planmäßiger Wartung wieder auf dem kommerziellen Markt für übergroße Lufttransporte verfügbar ist“, ließ Antonov Airlines-Vize Witali Schost im Anschluss an die geglückte Mission euphorisch verlauten. Gleichzeitig räumte er letzte Zweifel aus, dass die An-22 im Flottenpark der Ukrainer auch künftig eine Rolle spielen wird: Schließlich sei die An-22 „immer noch der größte Turboprop-Luftfrachter der Welt und seine Dienste sind auf dem globalen Markt nach wie vor gefragt.“

Großer Frachtraum, vielseitiger Einsatz

Die Vorzüge des Großfrachters, der laut Antonov Airlines 60 Tonnen Nutzlast transportieren kann, kamen auch bei der jüngsten Mission voll zum Tragen: Da die Höhe des An-22-Laderaums 4,40 Meter misst, mussten die Rotorköpfe der Cougar zum Transport nicht demontiert werden. Die An-22 kann außerdem sowohl von befestigten als auch von unbefestigten Pisten operieren und rundet das Portfolio von Antonov Airlines, die neben sieben An-124 auch die riesige, weltweit einzige An-225 betreibt, nach unten hin ab. Die „Antei“ sei bei Aufträgen wie jenem der spanischen Regierung effektiver einsetzbar als die größere An-124, rechnet Antonov Airlines vor. Wann der Turboprop-Riese, der von vier Kusnezow NK-12-Propellerturbinen angetrieben wird, das nächste Mal aufsteigt, ist noch nicht bekannt. Am Nachmittag des 31. Oktober kehrte das Flugzeug, von Madrid aus kommend, wieder nach Gostomel zurück. Dort wartet es nun auf neue Taten.

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