Nationaler Sicherheitsrat tagt zum Drohnenangriff

Hybride Kriegführung mit militärischem Hintergrund
Nationaler Sicherheitsrat tagt zum Drohnenangriff

ArtikeldatumVeröffentlicht am 07.08.2026
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Nationaler Sicherheitsrat tagt zum Drohnenangriff
Foto: Patrick Zwerger

Die Bundesregierung bestätigte das Treffen des geheim tagenden Nationalen Sicherheitsrates nur allgemein. Dieser besteht aus den ständigen Mitgliedern Bundeskanzler (Vorsitz) und den Bundesministern und -ministerinnen für Finanzen (Stellvertreter), Auswärtiges, Inneres, Justiz und Verbraucherschutz, Wirtschaft und Energie, Verteidigung, wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, Digitales und Staatsmodernisierung und der neuen Chefin des Bundeskanzleramtes und Bundesministerin für besondere Aufgaben, Nina Warken. Außerdem können Vertreter der Länder, von Behörden und Institutionen, etwa EU und NATO, anderer Staaten und sonstige Fachleute hinzugezogen werden.

Setzen fremde Mächte Waffen ein?

Bundesinnenminister Alexander Dobrindt hatte den Drohnenangriff in Leipzig als "hybrides Anschlagsszenario" bezeichnet, das auf "hochprofessionelle Täter" zurückgehe. Er schließe "fremde Mächte" als Drahtzieher nicht aus. Am Donnerstag hatte die Bundesanwaltschaft die Ermittlungen an sich gezogen. Details der Ermittlungen werden weitgehend geheim gehalten. Eine zweite Drohne soll nahe der Nordbahn des Flughafens Leipzig mit einem durchstartenden Frachtflugzeug kollidiert sein, das dabei an der Radarnase leicht beschädigt wurde.

Verhinderte Vorfeld-Rundfahrt die Explosion?

Die andere Leizpiger Drohne war, mit 800 Gramm militärischem Semtex-Sprengstoff beladen, auf dem südlichen Frachtvorfeld des Flughafens Leipzig neben einem ukrainischen Antonow An-124-Frachtflugzeug (unser Archivbild zeigt ein Schwesterflugzeug an einem anderen Ort) gefunden worden. Angeblich nur wegen eines beschädigten Zünders war sie nicht explodiert. Die professionelle Bauart der Drohne und die näheren Umstände ihres zunächst unbemerkten Anflugs deuten auf geheimdienstliche oder militärische Urheber. Das explosionsfähige, unbemannte Luftfahrzeug wurde angeblich per 5G-Mobilfunk ferngsteuert und war bei einer abendlichen Flughafenrundfahrt für Flugzeugfans durch deren Flughafen-Reiseführer entdeckt worden, der die Drohne mit einem Fußtritt funktionsunfähig gemacht haben soll. Danach wurde zunächst die Bundespolizei hinzugezogen, die die gefährliche Sprengvorrichtung sofort erkannte.

Kritis-Flughäfen erhalten zivile Drohnenabwehr

Der Bund hatte bereits zuvor Maßnahmen eingeleitet, um bis Dezember die acht wichtigsten, deutschen Verkehrsflughäfen, die der "kritischen Infrastruktur" ("Kritis") zugerechnet werden, mit zivilen Drohnenabwehranlagen auszustatten. Der "Bundesverband der Deutschen Luftverkehrswirtschaft" (BDL) hatte das sehr schnelle Beschluss- und Umsetzungstempo des Bundes in dieser Sache bei einer Pressekonferenz am gestrigen Donnerstag als "mit Lichtgeschwindigkeit" gelobt. Zwischen politischer Beschlussfassung und kompletter Umsetzung vergehe insgesamt höchstens nur ein Jahr. Technische Details dieser Anlagen werden öffentlich nicht genannt. Neben Frankfurt/Main sollen bereits weitere, offiziell nicht genannte, Flughäfen diese Anlagen erhalten und in Betrieb genommen haben.