Zehn Airbus A380 nennt Qatar Airways nach wie vor ihr Eigen – wenngleich nach Ende der Corona-Krise nur acht reaktiviert wurden. Die beiden ältesten A380 – Kennzeichen A6-APA und A6-APB – sind seit April 2020 am Qatar-Drehkreuz Doha eingelagert. Die anderen acht wollten die Katarer zunächst eigentlich ebenfalls dauerhaft am Boden lassen – der Airbus-Superjumbo sei "eines der schlechtesten Flugzeuge am Himmel", wetterte der damalige Qatar-Chef Akbar Al-Baker seinerzeit gegen das Widebody-Flaggschiff.
Probleme mit der kleineren A350 und vor allem die rasch wieder ansteigende Nachfrage führten ab Ende 2021 jedoch dazu, dass die Airline aus Katar ihre A380 Stück für Stück reaktivierte. Bis die Teilflotte schließlich wieder auf acht Exemplare angewachsen war, was CEO Al-Baker im Juni 2023 zur Prophezeiung verleitete, Qatar werde ihre A380 "noch mehrere Jahre" weiterfliegen.
Dass die USA und Israel nur zweieinhalb Jahre später mit ihrem Angriffskrieg gegen den Iran die komplette Golfregion über Nacht in den Krisenmodus zwingen und damit auch das Geschäftsmodell von Qatar Airways in den Grundfesten erschüttern würden, konnte Al-Baker, der im November 2023 bei Qatar ausschied, selbstredend nicht wissen.

Qatar Airways legt ihre acht aktiven A380 vorübergehend still - wegen der aktuellen Krisensituation durch den Iran-Krieg.
Schrittweise in Doha abgestellt
Der aktuelle Airline-Chef Hamad Ali Al-Khater sah sich im März plötzlich mit der Aufgabe konfrontiert, den Flugbetrieb vorübergehend auf ein Notprogramm zu stutzen. Seither fahren die Katarer ihre Dienste zwar schrittweise wieder hoch, doch für den größten Flugzeugtyp im Flottenpark gibt es derzeit – wieder einmal – keine adäquate Aufgabe.
Schon seit dem 28. Februar wurden die beiden Superjumbos A7-APC und A7-APG nicht mehr für Liniendienste eingesetzt, sondern zunächst in Singapur und in Rayong (A7-APG), beziehungsweise in London und Teruel (A7-APC) zwischengeparkt. Zwischen dem 18. und dem 28. März nahm Qatar die anderen sechs A380 ebenfalls schrittweise aus dem Rennen und stellte sie in Doha ab. Dorthin kehrten am 28. März (A7-APG) und am 1. April (A7-APC) auch die beiden im Exil geparkten Maschinen zurück.

Die A380-Flotte von Qatar Airways besitzt ein Durchschnittsalter von 10,3 Jahren (Stand April 2026).
A380-Comeback frühestens im Juni
Wie unter anderem das Portal Simple Flying unter Berufung auf Datenbanken wie Cirium berichtete, bleiben die A380 von Qatar allesamt bis auf Weiteres am Boden. Zumindest für April und Mai sind demnach keine A380-Flüge geplant, nach aktuellem Stand sollen frühestens im Juni wieder Qatar-Superjumbos nach Bangkok, Paris, London, Singapur und Sydney fliegen.
Ob das passiert, hängt allerdings maßgeblich davon ab, wie sich die Situation rund um den Iran bis dahin entwickelt. Die 517 Sitze in den Doppelstock-Kabinen der Qatar-A380 müssen schließlich erst einmal gefüllt werden.





