Die russische Luftfahrtaufsicht Rosawiazija hat die Musterzulassungen für die Flugzeugfamilie Tupolew Tu-204/214 neu geordnet. Vier bislang getrennte Musterzertifikate für die verschiedenen Varianten der Baureihe wurden in einem einzigen Dokument zusammengeführt, wie Flugzeughersteller OAK mitteilte.
Das soll praktische Vorteile bringen. Wartung, Ersatzteilbeschaffung und Ausbildung von Cockpit- und Kabinenpersonal ließen sich künftig einheitlicher gestalten, da Verfahren und Bauteile für alle Varianten der Familie nun als gleichwertig gelten, heißt es.
Konstruktionsänderungen, die für eine Variante zugelassen werden, sollen sich künftig leichter auf die übrigen Modelle der Reihe übertragen lassen. Technisch bleibt bei den Flugzeugtypen alles wie gehabt.
Produktion verfehlte mehrfach Ziele
Die zweistrahligen Mittelstreckenjets Tu-204/214 wurden bereits Ende der 1980er und Anfang der 1990er Jahre als Nachfolger der Tu-154 entwickelt, blieben aber lange ein Nischenprodukt und kamen überwiegend bei Staats- und Regierungsflügen zum Einsatz.
Die tatsächliche Serienfertigung im Kasaner Flugzeugwerk kam lange nur schleppend voran. Nach Angaben der OAK-Führung wurden die ursprünglichen Pläne, im Rahmen des staatlichen Luftfahrtprogramms bis 2027 insgesamt 24 Maschinen zu bauen, inzwischen auf zwölf halbiert.
Auch die Jahresziele geraten wiederholt ins Rutschen. Für 2026 waren dem Werk ursprünglich mehrere Auslieferungen vorgegeben, doch Branchenquellen zufolge gilt es inzwischen als realistischer, dass am Ende lediglich eine einzige Maschine fertiggestellt wird.
Tupolew wurde wegen Verzögerungen bei der Tu-214 zudem bereits mit einer Vertragsstrafe in Milliardenhöhe belegt.





