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University of Cincinnati
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Schöner fliegen

Die Flugzeugkabine von morgen

Von der Kaffeetafel an Bord bis zur App für besseren Schlaf auf Flugreisen: Mit 105 Konzepten bewerben sich Airlines, Zulieferer, Flugzeughersteller und Universitäten für den renommierten Crystal Cabin Award. Vergeben wird der Preis am 31. März.

Meistens ist es eng, laut und nicht besonders komfortabel an Bord von Flugzeugen. Dabei gäbe es noch so viel Verbesserungspotenzial, wie die eingereichten Ideen für den Crystal Cabin Award zeigen. 105 Konzepte aus 21 Ländern gingen beim Initiator, dem Luftfahrtcluster Hamburg Aviation, ein. Das sei ein Rekord, heißt es in der Pressemitteilung zur Shortlist des Branchenpreises.

Mehrere Ideen sehen ein flexibleres Kabinenlayout vor. Dubai Aviation Engineering Projects will mit seiner Retractable Aircraft Cabin beispielsweise im Rahmen der Bodenabfertigung ganze Zimmer in die Kabine schieben – vom Restaurant bis zum Spa-Bereich. In eine ähnliche Richtung geht Airbus' Cabin Vision 2030. Dabei wird die Kabine mit flexibleren Sitz- und Schlafkonfigurationen sowie Lounges mit auswechselbaren Modulen ausgestattet. Eine lange Kaffeetafel an Bord haben Studierende der University of Cincinnati entwickelt.

Für den „Kabinen-Oscar“ bewerben sich auch Airlines mit ihren Luxusprodukten, Beispiele sind die Business Class „The Room“ von All Nippon Airways oder „The Loft“ von Virgin Atlantic, das einen exklusiven Lounge- und Barbereich für die höheren Klassen an Bord des Airbus A350-1000 bietet. Erstmals wurde beim Crystal Cabin Award auch ein Kabinenkonzept für ein elektrisches Flugtaxi eingereicht: Safran liefert zusammen mit dem Fahrdienstvermittler Uber ein Vierersitz-Layout.

Komfort für „Holzklasse“

Doch auch die Economy-Klasse bietet noch Potenzial für mehr Komfort: Das Hamburger Unternehmen Heinkel schlägt einen Mechanismus vor, mit dem die Flugzeugsitze in Vierergruppen gedreht werden können. Für Familien hat Adient eine Idee, wie sich eine ganze Liegewiese kreiieren lässt. Ebenfalls interessant für Familien ist der von der Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg entwickelte Adapter Isotravel für Autokindersitze oder der Junior Comfort Seat, ein aufblasbares Element für Economy-Sitze, des Schweizer Unternehmens Aircraft Innovations.

Viele der eingereichten Konzepte haben nicht nur den Passagierkomfort im Blick, sondern auch das Thema Nachhaltigkeit. Denn Expertenschätzungen zufolge ist die Kabine für rund fünf bis zehn Prozent der Kohlenstoffdioxid-Emissionen eines Flugzeugs verantwortlich. Der deutsche Luftfahrtzulieferer Diehl Aviation schlägt mit der Greywater Reuse Unite beispielsweise eine Einrichtung vor, die für die Toilettenspülung kein Trinkwasser, sondern Handwaschwasser aus dem Waschbecken verwendet. Damit könnte eine Boeing 787 bis zu 550 Tonnen CO2 sparen, so Hamburg Aviation. Plastikvermeidung ist auch im Flugzeug ein Thema. In diese Kerbe schlägt PriestmanGoode mit seinem ZERO Economy Meal Tray, Tablett und Geschirr aus Kokosnussholz.

Mehrere eingereichte Konzepte zielen darauf, Flugreisen erholsamer zu machen. Die App Sleep care von STELIA liefert dem Passagier schon vor dem Flug Tipps zu Ernährung und Schlaf und informiert die Crew, so dass auch die Mahlzeiten an die individuellen Schlafzeiten angepasst werden. Die australische Airline Qantas, die mit ihrem Project Sunrise Direktflüge von Sydney nach New York oder London untersucht, schlägt ein Regelwerk mit Fitnessübungen, Lichtkonzepten und mehr vor.

Preise in acht Kategorien

Der Crystal Cabin Award wird 2020 zum 14. Mal vergeben. Dabei werden Ideen in acht Kategorien ausgezeichnet: Kabinenkonzepte, Kabinensysteme, Inflight Entertainment und Connectivity, grünere Kabine, Gesundheit, Sicherheit und Umwelt, Materialien und Komponenten, Passagierkomfort-Hardware, Universität und visionäre Konzepte. Anfang März wählt eine 27-köpfige internationale Expertenjury jeweils drei Finalisten pro Kategorie aus. Die Sieger werden schließlich im Rahmen der Kabinenmesse Aircraft Interiors Expo am Abend des 31. März in Hamburg gekürt.

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