Die Startbahn 26L des Flughafens München ist 4.000 Meter lang. Vietnam Airlines 34 reichte das am 15. August 2026 nicht. Die Boeing 787-9 stemmte sich hinter dem Pistenende in einer Staubwolke in die Luft. Die BFU hat den Starthergang nahe an der Katastrophe in einem ersten Zwischenbericht (PDF) rekonstrukiert.
"Die Startfreigabe wurde der Flugbesatzung um 11:55:47 UTC erteilt", teilte die BFU mit. "Um 11:56:15 UTC wurden auf dem EAFR Ruderpedal-Kräfte von den beiden linken Cockpitsitz-Pedalen aufgezeichnet. "Ebenfalls um 11:56:15 UTC zeichnete der EAFR eine Bremspedalbewegung der beiden linken Bremspedale auf."
Die Bremsaktivierung betrug auf der linken Seite 15 Prozent und auf der rechten Seite 6 Prozent – das wirkte der Startbeschleunigung entgegen: "Ab 11:57:03 UTC verblieb die Indicated Airspeed für einen Zeitraum von etwa 18 Sekunden bei etwa einer Geschwindigkeit von 168 Knoten (IAS)", heißt es im Bericht.
Eine "weitere Bremsaktivierung sowohl über die Bremspedale als auch an den Bremsen" sei während des weiteren Startlaufs aufgezeichnet worden.
Start hinter der Pistenschwelle
Um 11:57:13 UTC griff der Pilot Monitoring ein – und erhöhte den Triebwerksschub manuell von 100 Prozent N1 auf 101 Prozent N1." Die Rotation erfolgte um 11:57:14 UTC bei einer Geschwindigkeit von 163 Knoten (IAS) auf etwa der Höhe der Pistenschwelle", so der Bericht.
Die 787-9 ist immer noch zu langsam, erst im Grasbereich hebt der Dreamliner ab. "Die Reifenspuren führten über die Pistenschwelle 08R und den sich dahinter befindenden 60 Meter langen Clearway hinaus", erklärte die BFU. "Sie endeten etwa 240 Meter hinter der Pistenschwelle 08R im Grasbereich. Im und hinter dem Clearway kollidierten das Heck und die Reifen beider Hauptfahrwerke mit Teilen der Anflugbefeuerung.
BFU stellt Systemkomponenten sicher
Die Maschine ist erheblich beschädigt, kann aber nach Ablassen von Flugtreibstoff sicher in München notlanden, alle Personen an Bord bleiben unverletzt. Die Untersuchung dauert an.
"Die BFU stellte mehrere Systemkomponenten sicher", teilte die Behörde mit. "Hierbei handelte es sich um die Brake System Control Units und die Electric Brake Actuator Controllers. Diese Geräte werden im Detail untersucht".





