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UAV der US Navy

Erste Triton an Navy-Testzentrum überführt

Northrop Grumman hat einen wichtigen Schritt im MQ-4C Entwicklungsprogramm geschafft und überführte die erste Triton von Kalifornien zum Navy-Testzentrum Patuxent River.

Captain Jim Hoke und das ganze Team des Persistent Maritime Unmanned Systems Program Office (PMA-262) der US Navy waren am 18. September 2014 schon früh auf den Beinen: Sie wollten keinesfalls die Landung ihres „Babys“ verpassen. Pünktlich um 7:53 Uhr schwebte die MQ-4C Triton auf der Bahn 32 in Patuxent River, Maryland, ein. Nicht ganz elf Stunden war das unbemannte Seeüberwachungsflugzeug nach dem Start im kalifornischen Palmdale unterwegs gewesen. Wegen Luftraumrestriktionen führte die Route in 15 250 Metern Höhe entlang der Grenze zu Mexiko, über den Golf und Florida und dann die Atlantikküste hinauf zur Chesapeake Bay.

Die Überführung war der längste der bisher 16 Flüge der Triton, die seit Mai 2013 ein Programm für grundlegende Systemtests und die Erkundung des Flugbereichs absolviert hatte. Voraussetzung für den Langstreckenflug (6090 Kilometer) war laut Mike Makey, dem MQ-4C-Programmdirektor beim Hersteller Northrop Grumman, unter anderem die Fertigstellung eines wesentlichen Softwarepakets, das die Breitbandkommunikation über Satellitenfunk ermöglicht. So konnte das Navy Systems Integration Lab in Patuxent River (NSIL) bald nach dem Start die Kontrolle übernehmen. Erstmals hatte NSIL einen Triton-Flug inklusive Landung in Palmdale am 19. August kontrolliert. Nach der Ankunft im Navy-Testzentrum steht für die erste Triton nun die Integration der Sensoren auf dem Plan, was einige Wochen dauern wird.

Die erste Testphase hatte die Triton in Palmdale, Kalifornien, absolviert. Foto und Copyright: Northrop Grumman

Installiert werden der TV/IR-Sensor MTS-B sowie das Radar AN/ZPY-3. Dieses verfügt über eine Antenne mit elek-tronischer Strahlschwenkung und erlaubt mit verschiedenen Betriebsarten eine großräumige Überwachung des Schiffsverkehrs. Zur weiteren Ausrüstung gehören ein AIS (für Schiffspositionsmeldungen) und das AN/ZLQ-1, das elektronische Signale aller Art auswertet.

Nach der ersten MQ-4C sollen in den kommenden Wochen noch zwei weitere Prototypen von Palmdale nach Patuxent River fliegen. Vor ihnen liegen etwa 2000 Testflugstunden, um bis Frühjahr 2018 eine vorläufige Einsatzbereitschaft mit zwei der UAVs zu ermöglichen. Im Zeitplan liegt man etwa zweieinhalb Jahre zurück, nachdem sich der Erstflug um rund ein Jahr verzögert hatte. Die Kosten der im April 2008 gestarteten Entwicklungsphase sollen unter anderem wegen Problemen mit der Flügelfertigung und der Systemintegration um 720 Millionen auf 3,9 Milliarden Dollar (3 Mrd. Euro) gestiegen sein.

Solche Zahlen kommen im US-Kongress nicht gut an und erforderten auch eine Verschiebung der ersten Serienaufträge auf frühestens Dezember 2015. An den Plänen für die Beschaffung von 68 Tritons wird vorerst aber nicht gerüttelt, denn die MQ-4C ist neben der bemannten P-8A Poseidon ein integraler Bestandteil der Seeüberwachungspläne der US Navy. Die MQ-4C soll die P-8A entlasten, die sich auf U-Boot-Jagd und Schiffsbekämpfung konzentrieren soll.

Neben der US Navy will auch Australien die Triton beschaffen. Nach einer  Absichtserklärung der Regierung im März soll die endgültige Entscheidung 2016 fallen, wenn genügend Testergebnisse vorliegen. Basis würde Adelaide sein. Für Northrop Grumman sind Exporte der Triton und des Basismodells RQ-4 Global Hawk wichtig. Interesse gäbe es seitens Südkorea und Japan, so Firmenchef Wes Bush. Auch Europa hat man trotz des Euro-Hawk-Debakels in Deutschland nicht aufgegeben. Man sei im „aktiven Dialog“ mit Großbritannien und Norwegen, hieß es jüngst.

FLUG REVUE Ausgabe 11/2014

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