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Boeing macht wieder Quartalsgewinn

Umsatzsteigerung nach mehr Auslieferungen Boeing kehrt in die schwarzen Zahlen zurück

Trendwende bei Boeing: Nach sechs Quartalen mit Verlusten konnte das zweite Quartal 2021 mit einem Gewinn von 567 Millionen Dollar abgeschlossen werden. Dabei halfen die wieder angelaufenen MAX-Auslieferungen und mehr Umsätze in der Rüstungssparte.

Boeing meldete am Mittwoch in Chicago für das zweite Quartal einen Umsatz von 17 Milliarden Dollar, 44 Prozent über dem Vorjahresquartal, und umgerechnet 480 Millionen Euro Nettogewinn. Die Verkehrsflugzeugsparte habe im zweiten Quartal sechs Milliarden Dollar Umsatz erreicht, die den wieder gestiegenen Auslieferungszahlen zu verdanken seien. So seien seit der Wiederfreigabe durch die Luftfahrtbehörden Ende 2020 wieder 130 fabrikneue MAX ausgeliefert worden und über 190 zwsischenzeitlich abgestellte MAX wieder in Betrieb genommen worden. Mit dem Stand 25. Juli sei die MAX-Flotte bei 95000 gewerblichen Flügen 218 000 Stunden in der Luft gewesen. Die Produktionsrate der MAX werde von jetzt 16 Flugzeugen im Monat auf 31 im Monat zum Jahresanfang 2022 erhöht.

Beim Dreamliner ist die Lage etwas komplizierter, denn Boeing hatte alle Auslieferungen ausgesetzt, um Fertigungsprobleme abzustellen, bei denen sogenannte "Shims", maßgenaue Verbindungsplatten zwischen den CFK-Rumpfsektionen, ungenau ausgeführt waren. Zuletzt hatte Boeing auch am Bug mehrer Dreamliner Fertigungsfehler entdeckt und gemeldet. Boeing inspiziert und bessert die betroffenen Flugzeuge derzeit nach und hat den Bau völlig neuer 787 vorübergehend auf unter fünf Stück im Monat abgesenkt. Nicht einmal die Hälfte der auf Halde gebauten Dreamliner könne in diesem Jahr ausgeliefert werden, kündigte der Hersteller an.

Dagegen sieht die Auftragslage der Verkehrsflugzeugsparte erfreulicher aus: Mit jüngsten Bestellungen von 200 MAX für United und 34 weiteren für Southwest und 31 Frachtern liegt der Auftragsbestand bei 4100 Flugzeugen mit einem Bestellwert von 285 Milliarden Dollar.

Der Gesamtkonzern kommt auf Barmittel von 21,3 Milliarden Dollar, die wegen negativen Cashflows leicht zurückgingen, und könnte nach eigener Aussage auf Kreditlinien in Höhe von 14,8 Milliarden Dollar zurückgreifen, wofür aber kein tatsächlicher Bedarf bestehe. Der Konzern-Auftragsbestand liege insgesamt bei 363 Milliarden Dollar.

"Wir haben wichtige Fortschritte bei der Stabilisierung des Betriebs und bei der Zukunftsausrichtung gemacht", sagte Boeing-Präsident und Konzern-Vorstandschef David Calhoun. "Während sich der Markt Verkehrsluftfahrt erholt, blicken wir auf die Covid-19-Lage, die Impfquoten und den Welthandel, die Frühindikatoren für unsere Branche liefern. Wir bleiben zuversichtlich, dass die Lage sich weiter stabil erholt, wir bekennen uns zu Sicherheit und Qualität und investieren in unsere Mitarbeiter, Produkte und Technologien. Ich bin stolz, wie beständig und konzentriert unsere Mitarbeiter arbeiten, um Vertrauen zurück zu bringen, um noch besser zu werden und um die besten Produkte für unsere Kunden in allen Sparten zu liefern."